Gummiindustrie

Semperit spürt negative Fremdwährungseffekte

Der heimische Gummihersteller Semperit hat in den ersten neun Monaten deutlich weniger Gewinn erzielt. "Die schwache Branchenkonjunktur in zahlreichen Märkten macht sich auch bei uns bemerkbar", so Konzernchef Thomas Fahnemann.

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Der börsennotierte Gummi- und Kautschukhersteller Semperit hat in den ersten neun Monaten deutlich weniger Gewinn erzielt. Das Ergebnis nach Steuern sank wegen negativer Fremdwährungseffekte und höherer Zinsaufwendungen auf 23,4 Mio. Euro, nach 40,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um 6,4 Prozent auf 647,6 Mio. Euro, wie Semperit mitteilte.

"Schwache Branchenkonjunktur in zahlreichen Absatzmärkten"

Operativ sank das Ebit (Ergebnis nach Zinsen und Steuern) von 53,9 auf 46,7 Mio. Euro, das Ebitda (Ergebnis nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 4,2 Prozent auf 72,2 Mio. Euro.
Den Ausblick für das Gesamtjahr hat das Unternehmen heute bestätigt: Wegen der anhaltend schwierigen Situation im Sektor Medizin und der konjunkturbedingt nachlassenden Nachfrage im Sektor Industrie werden die operativen Ergebnisse deutlich unter Vorjahr erwartet. Für das Ebit rechnet Semperit mit einem Rückgang von rund 20 Prozent, für das Ebitda von rund 10 Prozent.

"Die schwache Branchenkonjunktur in zahlreichen Absatzmärkten hat sich im abgelaufenen Quartal auch bei uns bemerkbar gemacht", so Konzernchef Thomas Fahnemann. Im Sektor Industrie sei Semperit mit rückläufiger Nachfrage und hohem Preisdruck konfrontiert gewesen, habe aber in allen Industrie-Segmenten Mengenwachstum erzielt und die Marktposition ausgebaut. So sei der Einstieg in den US-amerikanischen Markt für Fenster- und Türprofile gelungen. "Wir haben uns damit im Sektor Industrie deutlich besser entwickelt als der Markt und konnten so die negativen Auswirkungen aus dem Medizingeschäft eingrenzen."

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Hoher Preisdruck im dritten Quartal

Im dritten Quartal 2016 ging der Konzernumsatz wegen der Marktschwäche bei gleichzeitig hohem Preisdruck auf 208,9 (241,3) Mio. Euro zurück. Das Ebitda verringerte sich auf 19,4 (25,1) Mio. Euro, das Ebit auf 10,4 (17,7) Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern brach auf 5,5 Mio. Euro, nach 14,7 Mio. Euro, ein. Von der APA befragte Analysten hatten einen Umsatz von 219,6 Mio. Euro, ein Ebitda von 20,0 Mio. Euro, ein Ebit von 11,3 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 6,0 Mio. Euro erwartet.

Im Sektor Industrie ging der Umsatz in den ersten drei Quartalen um 1,6 Prozent auf 389,3 Mio. Euro zurück, das Ebitda um 5,1 Prozent auf 71,7 Mio. Euro.

Im Sektor Medizin sank der Umsatz um 12,9 Prozent auf 258,3 Mio. Euro, das Ebitda halbierte sich auf 9,8 (19,4) Mio. Euro. Angesichts der unbefriedigenden Preissituation am globalen Handschuhmarkt und der anhaltend belastenden Einflüsse aus der Zusammenarbeit mit dem Joint-Venture-Partner in Thailand fokussiere sich Sempermed nun auf die Kernmärkte in Europa und Nordamerika.

Die angepasste Vertriebsstrategie soll in den Folgequartalen zu weiteren Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen führen. Negativ auf das Ergebnis ausgewirkt hätten sich auch die Anlaufkosten im Zusammenhang mit dem laufenden Kapazitätsausbau in Malaysia. (apa/red)