Deutschland

Schwergewichte im Dax schrauben Gewinne massiv nach oben

Deutschlands Großkonzerne haben ihren Gewinn im Jahr 2016 kräftig gesteigert. Die Mehrheit der Aktien an den Dax-Konzernen gehört heute Investoren, die nicht aus Deutschland kommen. Sie können sich über satte Renditen freuen.

Deutschlands Börsenschwergewichte haben dank eines kräftigen Gewinnsprungs 2016 ihre Widerstandsfähigkeit gegen mögliche Krisen verbessert. Die DAX-Konzerne, die bisher Zahlen präsentiert haben, steigerten ihren operativen Gewinn (Ebit) im Vergleich zum Jahr 2015 zusammengerechnet um 15 Prozent auf 58 Mrd. Euro, wie aus einer Auswertung des Beraters EY hervorgeht.

"Für die Mehrzahl der DAX-Konzerne war 2016 ein erfolgreiches Jahr", erklärte EY-Partner Mathieu Meyer. Spitzenreiter beim Gewinn waren wie im Vorjahr der Autobauer Daimler und der Versicherungsriese Allianz. Abgesehen von der Deutschen Bank schrieben bisher alle DAX-Konzerne schwarze Zahlen. Deutschlands größtes Geldhaus konnte seinen Verlust allerdings deutlich verringern. Davon profitierte auch die Gesamtbilanz der DAX-Unternehmen.

Der Umsatz der Konzerne stieg leicht um 1 Prozent auf zusammengerechnet 573 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren EY zufolge Asien und Europa. Aus den USA kamen hingegen keine Impulse, was allerdings auch auf Wechselkurseffekte zurückzuführen sei.

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Profitieren dürften Deutschlands Unternehmen in der nächsten Zeit vom niedrigen Eurokurs. Exporte werden dadurch auf dem Weltmarkt günstiger, das kann die Nachfrage ankurbeln. Zudem steigen die im Ausland erzielten Umsätze bei der Umrechnung in Euro.

Für Unsicherheit sorgen allerdings protektionistische Tendenzen etwa in den USA. Handelshemmnisse könnten nach EY-Einschätzung zu einer ernsten Gefahr werden, denn im Durchschnitt erwirtschafteten die DAX-Konzerne 72 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands.

Sorge bereitet auch der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Selten sei die kurzfristige konjunkturelle und politische Entwicklung so unberechenbar gewesen, befand Meyer: "Die deutschen Topkonzerne werden daher weiter auf Sicht fahren und Zurückhaltung bei Investitionen und Neueinstellungen üben."

Ausgewertet wurden Daten von 15 der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex DAX, wobei Beiersdorf nur vorläufige Angaben zum Ergebnis machte. Der Energieriese RWE, bei dem der frühere ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im Aufsichtsrat sitzt, wurde nicht berücksichtigt. Die am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen RWE-Zahlen enthielten weder Umsatz noch unbereinigtes Ebit, begründete EY. (dpa/apa/red)

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