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SBO-Chef Grohmann: "Diese Situation haben wir uns gewünscht"

Nach einem starken Ergebnisanstieg beim heimischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann erwartet Konzernchef Gerald Grohmann eine jahrelange Wachstumsphase. Die Ölindustrie holt gerade Investitionen nach, die sie früher verschoben hat.

Der im ATX der Wiener Börse notierte Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann ( SBO) hat im ersten Halbjahr 2018 seinen Umsatz und die Auftragseingänge kräftig gesteigert und das Betriebsergebnis (EBIT) deutlich in die Gewinnzone gedreht.

Nach mehreren mageren Jahren erwartet SBO-Chef Gerald Grohmann nun eine mehrjährige Wachstumsphase, weil zurückgestellte Investitionen nachgeholt werden müssten.

"Wir haben jetzt eigentlich eine Situation, die wir uns gewünscht haben", sagt Grohmann. "Nordamerika bleibt anhaltend stark und scheint robust zu sein, und die internationalen Märkte wachsen ebenfalls Schritt für Schritt, aber nicht so volatil wie Nordamerika." Die positive Entwicklung sei "dem Ölpreis geschuldet, der jetzt um die 70 Dollar ist, und das ist durchaus ausreichend, um viele Aktivitäten wieder zu starten".

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Ölindustrie holt Investitionen nach

"Ich glaube, dass wir einen gewissen Nachholeffekt haben, weil der letzte Downturn so lange gedauert hat und viele Investitionen wegen des niedrigen Ölpreises nicht getätigt wurden", sagte Grohmann.

"Unter der Voraussetzung, dass die Weltwirtschaft anhaltend in guter konjunktureller Verfassung bleibt und es weiterhin ein angemessenes und gutes BIP-Wachstum gibt, gehe ich davon, dass es einige Jahre dauern wird, wo der Nachholeffekt notwendig ist, weil in den letzten Jahren unterinvestiert wurde in die Öl- und Gas-Exploration und -förderung. Davon sollten wir profitieren." Nicht vorhersehbar seien geopolitische Risiken oder ein Einbruch der Weltkonjunktur, "den ich momentan nicht sehe", so Grohmann.

Ausbau der Produktionskapazitäten

Schoeller-Bleckmann macht rund 60 Prozent seines Geschäfts in Nordamerika. "Unser Geschäft ist aber sehr breit aufgestellt. Wir sind in Brasilien zu Hause, wir sind in Singapur, in Vietnam, in Aberdeen in der Nordsee, in Lafayette im Golf von Mexiko, in Kanada, in Österreich natürlich, in Russland, in Dubai und jetzt auch in Saudi-Arabien."

"Aktuell prüfen wir zum Beispiel den Ausbau unserer Produktionskapazitäten in Vietnam, wo wir eine besonders starke Nachfrage verzeichnen", so Grohmann.

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Internationale Handelskonflikte als relativer Faktor

Die internationalen Handelskonflikte und Sanktionen "beobachten wir natürlich mit sehr großer Aufmerksamkeit", sagte der SBO-Chef, "denn wenn man das durchgängig praktiziert, kann das dämpfend auf die Weltwirtschaft wirken". Momentan sehe man das aber noch nicht. "Ich hoffe, dass es aus diesem momentanen Säbelrasseln irgendwo zu vernünftigen Vereinbarungen kommt, weil es kann in niemandes Interesse sein, einen Unterbruch dieser sehr positiven globalen Entwicklung herbeizuführen."

An die bestehenden Iran-Sanktionen halte sich Schoeller-Bleckmann natürlich. "Bei Russland wissen wir noch nicht, was die amerikanische Regierung veröffentlichen wird. Wir werden uns das dann genau anschauen und uns überlegen, wie wir unter Berücksichtigung dieser Sanktionen unser Geschäft positiv weiterführen können."

Schoeller-Bleckmann hat im ersten Halbjahr 2018 seinen Umsatz um 47,4 Prozent auf 200,0 Mio. Euro gesteigert, der Auftragseingang legte um 62,8 Prozent auf 244,1 Mio. Euro zu. Damit hat sich der Auftragsstand mehr als verdoppelt, er betrug zum Ende des ersten Halbjahres 79,6 Mio. Euro.

Die Ergebnisse im Detail

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde im Jahresvergleich auf 55,8 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr klar ins Plus und hielt bei 32,1 Mio. Euro (nach einem Verlust von 3,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2017). Nach Steuern blieb ein Gewinn von 13,2 Mio. Euro (nach -6,2 Mio. Euro).

SBO hatte am Ende des ersten Halbjahres eine Netto-Verschuldung von 71,4 Mio. Euro und liquide Mittel in Höhe von 278,9 Mio. Euro. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf 9,3 Mio. Euro (1. Halbjahr 2017: 6,3 Mio. Euro), der freie Cashflow war negativ mit -8,7 Mio. Euro. "Wachstum kostet Geld", sagte Grohmann. "Wir müssen in die Lagerhaltung investieren, wir haben mehr Work in Progress, das wir finanzieren müssen - das sind alles positive Dinge." Darüber hinaus habe man die verbleibenden 33 Prozent der Anteile am kanadischen Tochterunternehmen Resource Well Completion Technologies Inc. ("Resource") um 2,6 Mio. Euro erworben, die Gesellschaft stehe nun im Alleineigentum der SBO-Gruppe.

Derzeit prüfe man den Ausbau der bestehenden Produktionskapazitäten in Vietnam, wo man eine besonders starke Nachfrage verzeichne, sagte Grohmann. "Dass wir es machen, ist beschlossen, das ist definitiv eine Notwendigkeit. Die Vietnamesen haben so viele Aufträge im Orderbook, dass sie schon bis ins Jahr 2019 hineinreichen." Das Ausmaß der Kapazitätserweiterung werde aber noch diskutiert. (apa/red)

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