Erdgas

Sanktionen der USA gegen Nord Stream 2 möglich

Die USA schließen Sanktionen gegen die umstrittene Gasröhre Nord Stream 2 nicht aus. Die OMV gehört zu den zentralen Partnern des Projekts. Washington verfolgt mit seinem Widerstand auch sehr wohl eigene wirtschaftliche Interessen - Stichwort LNG.

Die USA haben ihre ablehnende Haltung zur geplanten Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland bekräftigt. Die Ferngasleitung sei schlecht für die Ukraine und schlecht für Europa, sagte Sandra Oudkirk, stellvertretende Leiterin der Energie-Abteilung im US-Außenministerium, in Berlin.

Sie schloss Sanktionen gegen Nord Stream 2 nicht aus; dabei könnte es um die Finanzierung gehen. Solche Sanktionen seien grundsätzlich möglich.

Nord Stream 2 soll russisches Erdgas über die Ostsee nach Mittel-und Westeuropa transportieren. Die Ukraine befürchtet, damit ihre Bedeutung als Transitland zu verlieren. Die Einnahmen daraus sind immens wichtig für das Land.

White Paper zum Thema

Aktuell dazu:
Nord Stream 2: Gazprom macht jetzt Nägel mit Köpfen >>
Berlin will "Gesamtkonzept" mit Moskau und Kiew >>
OMV-Projekt mit Sprengkraft: 4 wichtigste Fragen zu Nord Stream 2 >>

Umweltschützer versuchen den Bau zu stoppen

Deutsche und finnische Umweltschützer versuchen den Bau zu stoppen, weil sie mit massiven Umweltschäden im Meer rechnen. Der Naturschutzbund NABU sprach von einem "schwarzen Tag" für den Meeresschutz und den Klimaschutz.

Gazprom einziger Anteilseigner - offiziell

Bei Nord Stream 2 ist Gazprom - Russlands mächtiger Gas-Monopolist - formal einziger Anteilseigner. Dazu kommen aber als "Unterstützer" die deutschen Konzerne Wintershall - eine Tochter der BASF - und Uniper - eine Abspaltung von E.ON - sowie die börsenotierte OMV, die niederländisch-britische Shell und Engie (einst GDF Suez) aus Frankreich. Nord-Stream-Aufsichtsratschef ist der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), bei Nord Stream 2 ist er Präsident des Verwaltungsrats.

Oudkirk äußerte sich auch skeptisch zur möglichen Einigung Russlands mit der Ukraine zur Zukunft des ukrainischen Gas-Transits unter Vermittlung Deutschlands. Demnach könnte Russland der Ukraine eine bestimmte Menge Transitgas nach dem Bau von Nord Stream 2 garantieren. Es sei fraglich, ob eine solche Garantie durchsetzbar wäre, sagte Oudkirk.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte als Vermittler bei Gesprächen in Moskau und Kiew Anfang der Woche Fortschritte in dem Gasstreit erzielt. Ein "substanzieller" Gas-Transit durch die Ukraine sei auch künftig möglich. Russland hatte es ursprünglich abgelehnt, nach dem Bau von Nord Stream 2 weiter Gas durch die ukrainischen Leitungen zu pumpen.

USA haben auch wirtschaftliche Interessen

Der Widerstand der USA gegen Nord Stream habe vor allem energie-und geopolitische Gründe, sagte Oudkirk. Sie widersprach der Darstellung, die USA seien vor allem gegen die Pipeline, weil sie selber Flüssiggas in Europa verkaufen wollten. US-Präsident Donald Trump hatte Nord Stream 2 mehrfach scharf kritisiert und vor einer Abhängigkeit Europas von russischem Gas gewarnt. (dpa/apa/red)