Bauindustrie

Salzburger Baukonzern Hinteregger wird ein Teil des Bauriesen Porr

Der traditionsreiche Salzburger Baukonzern Hinteregger soll in Zukunft ein "selbständiger Teil" des zweitgrößten heimischen Baukonzerns Porr werden. Darauf hat sich die Führung der Porr mit den Eigentümerfamilien von Hinteregger geeinigt.

Im Bild eine Tunnelbaustelle auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm der Arbeitsgemeinschaft aus Porr, Hinteregger, Östu-Stettin und Swietelsky. 

Die tradionsreiche Salzburger Firma G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft soll in Zukunft ein "selbständiger Teil" des Wiener Baukonerns Porr werden.

Wie beide Seiten mitteilen, haben sich darauf die Manager der Porr und die Eigentümerfamilien von Hinteregger geeinigt.

Gleichzeitig sollen die Anteile des Bauunternehmens Dywidag zu 100 Prozent in das Eigentum der Familie G. Klaus Hinteregger übergehen. Die Gruppe Dywidag ist auf Hochbau und Industriebau spezialisiert.

Name Hinteregger soll bleiben

Der Zusammenschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

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Bei der Porr verweist man darauf, dass der "gut eingeführte Name Hinteregger beibehalten" werde. Das Portfolio und die Unternehmenskultur von Hinteregger passe perfekt zur Porr, so Konzernchef Karl-Heinz Strauss. "Die Zusammenführung findet auf Augenhöhe statt. Hinteregger wird ein selbständiger Teil der Porr werden.“

Zahlreiche Kooperationen, etwa bei Stuttgart21

Porr und Hinteregger haben bereits gemeinsam viele große und kleinere Projekte umgesetzt. Eines der aktuell laufenden Beispiele ist die Arbeitsgemeinschaft aus Porr, Hinteregger, Östu-Stettin und Swietelsky, die gerade unter bautechnisch komplexen Bedingungen an Tunnelbauten im Rahmen von Stuttgart21 arbeitet.

Das in der Öffentlichkeit umstrittene Bauprojekt Stuttgart21 ist zusammen mit der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm das derzeit größte laufende Bauvorhaben Europas und das größte Bauprojekt, das heimische Baufirmen jemals im Ausland umgesetzt haben.

Eckdaten zum Baukonzern Hinteregger

Das 1914 gegründete Unternehmen Hinteregger ist vor allem in Österreich sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau tätig. Schwerpunkte von Hinteregger sind der industrielle Tiefbau, der Bau von Kraftwerken und der Untertagebau.

So war Hinteregger bisher an der Errichtung von mehr als 49 Kraftwerken an Flüssen und im Hochgebirge sowie an der Herstellung von über 481 Kilometern Stollen, Straßen- und Eisenbahntunneln beteiligt.

Aktuell beschäftigt Hinteregger rund 850 Mitarbeiter. Die Firmengruppe erzielte 2016 eine Produktionsleistung von rund 220 Millionen Euro.

Eckdaten zum Baukonzern Porr

Das Wiener Unternehmen Porr ist nach der Strabag der zweitgrößte Baukonzern Österreichs. Im Vorjahr hat die Porr eine Bauleistung von 3,93 Milliarden Euro erwirtschaftet, das waren elf Prozent mehr als im Jahr davor. Das Konzerngewinn stieg um knapp zehn Prozent auf 66,8 Millionen Euro.

Porr bezeichnet als seine Heimmärkte die Länder Österreich, Deutschland, die Schweiz, Polen und Tschechien, wo das Unternehmen etwa 87 Prozent seiner Umsätze macht. Für heuer erwartet die Porr ein zweistelliges Umsatzwachstum.

(pm)

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