Personalia

Salzburg AG braucht einen neuen Vorstand

Vorstandssprecher August Hirschbichler wird sich ein Jahr früher als geplant zurückziehen. Er hat den Aufsichtsrat gebeten, aus persönlichen Gründen bereits mit Jahresende in Pension gehen zu können. Die Stelle wird im Sommer ausgeschrieben und voraussichtlich im Herbst ein neuer Vorstand bestellt, so das Unternehmen.

Er sei in der Vorwoche von Hirschbichler informiert worden, dass dieser beabsichtigt, mit Jahresende in Pension zu gehen. "Ich bedaure sein Ausscheiden sehr, wir Eigentümervertreter nehmen es aber zur Kenntnis und haben Hirschbichlers Wunsch nach einer vorzeitigen Auflösung seines bis Jahresende 2016 laufenden Vertrages entsprochen", so Aufsichtrats-Chef Christian Struber. Hirschbichler ist bereits pensionsberechtigt, sein Vertrag wäre per 31. Dezember 2016 ausgelaufen.

Hirschbichler habe auch erklärt, dass in nächster Zeit viele Entscheidungen zu treffen sind, die Auswirkungen für die nächsten zehn bis 15 Jahre hätten. Daher sei es sinnvoll, wenn diese bereits von jenen gefällt werden, die mit den Auswirkungen dann auch umgehen müssen, sagte Struber. Mit Hirschbichler verlässt der letzte Gründungsvorstand das Unternehmen. Die Salzburg AG ist im Jahr 2000 aus der Fusion zwischen SAFE und Salzburger Stadtwerke entstanden und wurde anfangs von vier Vorständen geleitet. Hirschbichler wird der SPÖ zugerechnet. In der Zeit der schwarz/roten Koalition war er das Pendant zu einem ÖVP-nahen Vorstand.

Für Aufregung hatte Hirschbichler im vorigen Sommer gesorgt, weil im Zuge einer Auseinandersetzung nach der Entmachtung des Verkehrschefs der Salzburg AG ein Schreiben Hirschbichlers aufgetaucht war, das auf parteipolitischen Einfluss im Unternehmen insbesondere in der Personalentwicklung hindeutete: In dieser "Punktation zum Rollenverständnis von sozialdemokratisch gesinnten Führungskräften" hieß es unter anderem, es sei sicherzustellen, "dass sozialdemokratisch denkende Mitarbeitende in punkto Einstellung, Ausbildung, Karriere und Beförderung nicht benachteiligt werden", sowie, "dass bei Einstellung, Ausbildung, Karriere und Förderung durch objektive und transparente Kriterien die am besten Geeigneten ausgewählt werden". Der Aufsichtsrat mahnte in der Folge alle Unterzeichner dieses Dossiers ab, dementierte gleichzeitig aber jegliche politische Einflussnahme in jüngster Zeit. (apa)

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