Aluminium

Rusal und die Sanktionen: Keine Preisprognosen mehr möglich

Der dem Strabag-Großaktionär Oleg Deripaska gehörende Aluminiumriese profitiert derzeit von höheren Preisen - doch für die Zukunft würden Sanktionen Washingtons für Verwerfungen sorgen, heißt es bei Rusal.

Der russische Aluminiumgigant Rusal warnt trotz einer Gewinnsteigerung zu Jahresbeginn vor den Auswirkungen der US-Sanktionen. "Unter den gegenwärtigen Umständen sollte jedwede Prognose als unzuverlässig erachtet werden", teilte der weltweit zweitgrößte Aluminiumhersteller mit.

Deripaska hält - über seine Rasperia Trading Limited - auch 25,9 Prozent am börsenotierten österreichischen Baukonzern Strabag.

Preisprognosen bei Aluminium sehr schwierig

Aussagen zum Ausblick könnten aufgrund der derzeitigen Marktentwicklung zudem irrelevant werden.

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Die längerfristigen Auswirkungen der im April verhängten Sanktionen sowie drohende weitere Strafmaßnahmen seien schwer einzuschätzen. Dennoch profitierte Rusal von Jänner bis März noch von höheren Aluminiumpreisen. Der Nettogewinn stieg binnen Jahresfrist um 22,4 Prozent auf 531 Mio. Dollar (447 Mio. Euro).

Die Vorgänge bei Rusal haben wegen der großen Marktanteile des Unternehmens einen Einfluss auf den Weltmarkt für Aluminium und die Preise. Unsere Meldungen dazu:

Rusal verhandelt mit Washington: Aluminiumpreis sinkt massiv >>
Aluminium: Stärkster Preisanstieg seit Jahrzehnten >>    

Rusal startet Umbau, um Sanktionen zu umgehen

Um die USA zur Aufhebung der Sanktionen zu bewegen, will Rusal konzernnahen Kreisen zufolge die Führungsspitze komplett umbauen. Zudem hat der russische Milliardär Oleg Deripaska, dessen Firmengruppe En+ sein 48-prozentiges Rusal-Paket hält, Entgegenkommen signalisiert. Er ist grundsätzlich bereit, seinen En+-Anteil zu reduzieren und damit die Kontrolle abzugeben. Mehr dazu: Sanktionen gegen Rusal: Händeringende Verhandlungen in Washington >>

Hintergrund: Schritte Washingtons direkt gegen Rusal und Deripaska

Die US-Regierung hat unlängst Strafmaßnahmen gegen Deripaska sowie Rusal und andere Unternehmen verhängt, an denen Deripaska große Beteiligungen besitzt. Hintergrund sind unter anderem Vorwürfe, Russland habe sich in die US-Präsidentenwahl 2016 eingemischt. (reuters/apa/red)