Rolls-Royce auf der Suche nach Kapital

Der kriselnde Triebwerkshersteller Rolls-Royce musste bisher große Verluste einstecken. Der Weg zurück in die schwarzen Zahlen ist auf der Suche nach Möglichkeiten, um an Kapital zu kommen, wieder geglückt.

Nach dem ersten Halbjahr stand unter dem Strich ein Überschuss von 393 Mio. britischen Pfund (461,5 Mio. Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Rolls-Royce einen Verlust von 5,4 Mrd. Pfund erlitten. Neben dem Einbruch des Flugverkehrs in der Coronapandemie kamen Qualitätsprobleme den Hersteller immer wieder teuer zu stehen.

In den ersten sechs Monaten fiel der Umsatz mit 5,2 Mrd. Pfund noch um 9 Prozent niedriger aus als in dem bereits pandemiegeprägten Vorjahreszeitraum. Der Hersteller hat bei seinen Flugzeug-Triebwerken auf große Langstreckenjets gesetzt und lässt sich von den Fluggesellschaften großenteils nach Betriebsstunden bezahlen. Da die Coronakrise den Flugverkehr auf der Langstrecke besonders schwer getroffen hat, leidet Rolls-Royce noch stärker als andere Triebwerkshersteller wie Pratt & Whitney, MTU und Safran.

Konzernchef Warren East rechnet in der zweiten Jahreshälfte aber wieder mit einem Umsatzwachstum. Und dank der jüngsten Auftragseingänge soll der Erlös 2022 wieder das Niveau aus dem Vorkrisenjahr 2019 erreichen. Unterdessen arbeitet Rolls-Royce weiter daran, zu Geld zu kommen. So meldete der Konzern Fortschritte beim geplanten Verkauf seiner Tochter ITP Aero: Man habe sich für exklusive Gespräche mit einem Konsortium um den Finanzinvestor Bain Capital entschieden. Im Februar hatte auch der Münchner Hersteller MTU ein mögliches Interesse an ITP angedeutet. (apa/red)