Bergbau

Rene Benkos israelischer Ex-Partner Steinmetz soll ins Gefängnis

Der israelische Rohstoffhändler Beny Steinmetz muss laut einem Schweizer Strafgericht wegen Korruption und Urkundenfälschung fünf Jahre ins Gefängnis. Steinmetz ist mit dem Abbau von Rohstoffen in Guinea in Afrika reich geworden. Steinmetz war einer der Finanziers bei der Übernahme der deutschen Kaufhauskette Karstadt durch den Tiroler Investor Rene Benko und seine Signa Holding.

Der israelische Rohstoffhändler Beny Steinmetz ist von einem Genfer Strafgericht wegen Korruption und Urkundenfälschung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem muss der Milliardär eine Kompensationszahlung von 50 Millionen Franken (46,41 Millionen Euro) Franken leisten. Das Genfer Gericht sprach auch zwei Mitangeklagte in dem Korruptionsfall schuldig.

Ein 58-jähriger französischer Geschäftsmann, der für Steinmetz in Afrika als "Türoffner" fungierte, wurde zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren und zur Kompensationszahlung von fünf Millionen Franken verurteilt. Auch in seinem Fall sah das Gericht alle Elemente von Korruption in der Sache für gegeben.

Eine bedingte Gefängnisstrafe von zwei Jahren und eine Zahlung von 50.000 Franken sprach das Gericht für eine 50-jährige Belgierin aus, die für Steinmetz' Firmenkonstrukt BSGR von Genf aus arbeitete.

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Beny Steinmetz wurde bereits 2017 wegen des Verdachts der Geldwäsche vorübergehend in Gewahrsam genommen. Details von 2019 dazu: Justiz ermittelt gegen Rene Benkos israelischen Ex-Partner Steinmetz >>

Steinmetz' Anwalt will Urteil anfechten

Der heute 64 Jahre alte Steinmetz ist mit dem Abbau von Eisenvorkommen in Guinea reich geworden. Die Schürfrechte hat er sich laut Gerichtsurteil durch Bestechung fremder Amtsträger und Urkundenfälschung gesichert. Steinmetz, der eine Zeit lang in Genf residierte, lebt heute in Israel.

Steinmetz und sein Anwalt Marc Bonnant hatten die Vorwürfe pauschal zurückgewiesen und auf Freispruch plädiert. Sie wollen das Urteil anfechten.

Früher Rene Benkos Partner

Steinmetz war zwischen 2013 und 2015 geschäftlich mit dem Tiroler Investor Rene Benko und dessen Immobilienfirma Signa verbunden. Der israelische Diamantenhändler finanzierte teilweise die Übernahme der deutschen Kaufhauskette Karstadt via ein Joint Venture mit Signa. Zu diesem Deal: Galeria Karstadt Kaufhof gehört jetzt komplett René Benkos Gesellschaft >>  

An Gesellschaften von Signa sind unter anderem die Privatstiftung der Familie von Hans Peter Haselsteiner sowie die Projektentwicklung und Beteiligung GmbH des früheren Kanzlers Alfred Gusenbauer (SPÖ) beteiligt.

Seit 2015 gehen Benko und Steinmetz offiziell wieder getrennte Wege. Im Jahr 2019 berichtete die Rechercheplattform Addendum, die Verbindung zwischen Rene Benkos Signa Holding und dem Umfeld des einstigen Mitinvestors Beny Steinmetz dürfte nach wie vor bestehen. Der Rechercheplattform zufolge lassen Recherchen vermuten, dass Steinmetz über Geschäftspartner in Wien weiter in Beziehung zur Signa steht.

Addendum zufolge besteht außerdem eine freundschaftliche Verbindung zwischen Beny Steinmetz und dem israelischen Kommunikationsberater Tal Silberstein, der 2017 im Wahlkampf zum österreichischen Nationalrat für einen Skandal gesorgt hat. Tal Silberstein hat im Auftrag der SPÖ in der Schlussphase des Wahlkampfes zur Nationalratswahl 2017 massiv in den Wahlkampf eingegriffen und "dirty campaigning" gegen die ÖVP und die FPÖ betrieben. Diese Vorgänge werden heute unter dem Schlagwort "Affäre Silberstein" zusammengefasst. (sda/apa/red)

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