Japan

Renault: Frankreichs Staatschef besorgt wegen Haftbedingungen von Ghosn

Carlos Ghosn sitzt in Japan seit November in Haft - in einer winzigen unbeheizten Zelle und ohne Prozess. Selbst mehrfache Appelle des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an Japans Regierungsschef Shinzo Abe nutzen nichts.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich wegen der Haftbedingungen des Ex-Renault-Chefs Carlos Ghosn besorgt gezeigt. Die Zeit im Gefängnis dauere schon sehr lange und die Bedingungen seien hart. Das habe er bereits mehrfach dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe gesagt, so Macron zu Journalisten während eines Besuchs in Ägypten.

Die Krise nach der Ghosn-Festnahme erschüttere aber nicht die Machtbalance zwischen Renault und dem japanischen Autokonzern Nissan, fügte Macron hinzu. Der Manager sitzt seit Mitte November in Tokio in Untersuchungshaft. Ihm wird finanzielles Fehlverhalten und Untreue bei Nissan vorgeworfen, an dessen Spitze er stand.

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Der 64-Jährige soll seine Einkünfte zu niedrig angegeben haben. Ghosn weist die Vorwürfe zurück. Nissan hatte ihn unmittelbar nach seiner Verhaftung als Verwaltungsratschef abgesetzt. Renault hatte gezögert, weil die Gesetzesverstöße noch nicht erwiesen sind. Ghosn reichte diese Woche selbst seinen Rücktritt als Renault-Chef ein.

Der französische Finanzminister warnte unterdessen vor übertriebenen Zahlungen an Ghosn. Der Staat werde "äußerst aufmerksam" sein, sagte Bruno Le Maire dem Radiosender France Inter. "Keiner würde verstehen, wenn die Abfertigung von Carlos Ghosn exorbitant wäre." (reuters/apa/red)

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