Haselsteiner kauft

Remus soll nach Übernahme massiv expandieren

Die Gesellschaft ARP Twentyone übernimmt 74,9 Prozent am steirischen Autozulieferer Remus. Hinter der Gesellschaft stehen der ehemalige Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner sowie Stephan Zöchling. Nun soll Remus kräftig expanieren.

Die ARP Twentyone GmbH, die den Investoren Hans Peter Haselsteiner und Stephan Zöchling gehört, will 74,9 Prozent der steirischen Remus & Sebring Holding AG mit Sitz in Bärnbach übernehmen. Der Deal wurde nun bei der Wettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet. Remus ist auf die Produktion von Auspuffanlagen spezialisiert und will nach dem Einstieg expandieren.

Der Schritt wurde bereits Ende des Jahres bekannt - INDUSTRIEMAGAZIN.at berichtete hier. Demnach werden die bisherigen Vorstände der Familie Kresch künftig Minderheitseigentümer und in der Geschäftsführung bleiben. Über die Verkaufssumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Die genaue Aufteilung der Firmenanteile wollen die neuen Geschäftspartner vorerst nicht bekannt geben. Der Deal muss noch von den Wettbewerbshütern abgesegnet werden. Beschlossen wurde, dass neben dem Ehepaar Kresch künftig auch Zöchling in die Geschäftsführung eintritt und zusammen mit Angelika Kresch die kaufmännischen Angelegenheiten und den Vertrieb übernimmt. Otto Kresch wird technischer Geschäftsführer bleiben, erklärte seine Ehefrau im Gespräch mit der APA.

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Expansionspläne als Grund für die Übernahme

Als Grund für die Übernahme nannte Kresch im Dezember die Kosten für Expansionspläne: "Wir wollen diese gemeinsam mit unserem neuen Partner durchziehen und so das Risiko minimieren." Momentan arbeite man mit rund 600 Mitarbeitern und drei europäischen Produktionsstandorten in Bärnbach, Voitsberg und in Bosnien "am Anschlag".

Ab 2017 sollen mittelfristig pro Jahr rund 50 neue Mitarbeiter in Europa aufgenommen werden, skizzierte Kresch die Pläne. Außerdem soll der Vertrieb in Übersee und China ausgeweitet werden. Derzeit ist Remus in 60 Ländern sowohl in der Industrie (zu zwei Dritteln) als auch im After-Sales-Bereich (ein Drittel) vertreten. Das Unternehmen hat fast 400 Beschäftigte.

Das Geschäft laufe derzeit gut: "Wir haben momentan den höchsten Auftragsstand der Firmengeschichte und sind bis 2024 eingedeckt", sagte Kresch. Eine Krise in Folge des VW-Skandals könne sie in ihrem Unternehmen nicht erkennen, weil Remus im Premiumsegment und nicht mit Golf oder Passat sein Geschäft mache.

Weitere Hintergründe

Remus wurde 1990 vom Ehepaar Kresch gegründet. 1997 folgte der Kauf des ehemaligen Arbeitgebers Sebring und der Zusammenschluss in die Remus-Sebring-Gruppe. "Ich freue mich auf die neuen Chancen und Herausforderungen", teilte Zöchling, der einige Jahre für den Magna-Konzern in verschiedenen Funktionen tätig war, via Aussendung mit.

Zöchling hatte die vergangenen fünf Jahre in Russland verbracht und im Industriekonzern von Basic Element rund um den Oligarchen Oleg Deripaska und dem früheren Magna-Chef Siegfried Wolf, zu dem auch zahlreiche automotive Industriebeteiligungen zählen, gearbeitet.

Abgesehen von der zusätzlichen Geschäftsführung soll es durch den Einstieg der Investorengruppe zu keinen personellen oder strukturellen Änderungen bei Remus kommen.

Die Remus-Sebring-Gruppe mit Hauptsitz im weststeirischen Bärnbach hat 2014 einen Umsatz von knapp 60 Mio. Euro erwirtschaftet, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei 3,47 Mio. Euro, der Cashflow betrug 7,37 Mio. Euro. (apa/red

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