Personalie

Remus-Sebring-Chefin Angelika Kresch verstorben

Die innovative Unternehmerin hat 59-jährig den Kampf gegen eine schwere Krankheit verloren.

Angelika Kresch, die Gründerin des weststeirischen Abgasanlagenspezialisten Remus-Sebring, ist am Freitag nach einer langjährigen schweren Krankheit gestorben. "Das innovative Herz der Remus-Sebring Holding AG ist am 18. Mai 2018 ihrer schweren Krankheit erlegen", teilt das Unternehmen im Namen ihres Mannes Otto Kresch mit.

Im Februar 2015 wurde bei Angelika Kresch Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Ärzte haben ihr damals eine Lebenserwartung von drei bis sechs Monaten vorausgesagt. Kresch nahm daraufhin beherzt den Kampf gegen die Krankheit auf und beteiligte sich weiter am öffentlichen Leben, mit genau jener Energie, mit der begeisterte Tänzerin, Rallyefahrerin und Fallschirmspringerin den heutigen Weltmarktführer aufbaute.

Remus-Sebring zum Global Player bei Sportauspuffanlagen ausgebaut

Angelika Kresch wurde 1959 in der Weststeiermark geboren und arbeitete nach der Matura als kaufmännische Angestellte bei Sebring in Köflach. Zwei Jahre später wurde sie Büroleiterin. Nach ihrer Babypause im Jahre 1983 übernahm sie zusätzlich Marketing und Vertriebsleitung.

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Mit ihrem Ehemann Otto Kresch bildete sie privat und beruflich ein Dream-Team: 1990 erfolgte gemeinsam mit ihm der Schritt in die Selbstständigkeit durch die Gründung der Firma Remus Innovation. Innerhalb von vier Jahren wurde die Firma mit dem Remus-Wolf als Markenzeichen ein Global Player bei Sportauspuffanlagen.

1997 wurde von der mittlerweile in über 60 Ländern aktiven Remus der ehemalige Dienstgeber Sebring erworben. Zu den Kunden zählten u.a. Porsche, Ducati, McLaren oder Mercedes AMG.

2011 wurde der Carbonspezialist Xentis übernommen, ein Jahr später folgte die Gründung der Produktionsstätte in Bosnien und 2013 wurde die Remus Vertriebsgesellschaft in den USA gegründet. Die heutige Gruppe hat an drei Produktionsstandorten über 700 Mitarbeiter.

?sterreich, Zubeh?r, Autoindustrie, Abgase © FOLTIN Jindrich / WirtschaftsBlatt / picturedesk.com

Kondolenz aus der Landesregierung

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl reagierte tief betroffen auf die Nachricht. "Mit Angelika Kresch verliert der Wirtschaftsstandort Steiermark eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit." Kresch habe gemeinsam mit ihrem Mann Otto das Unternehmen zu einer weltweit bekannten Marke gemacht und damit maßgeblich zum Ruf der Steiermark als Innovationsstandort beigetragen. "Unvergessen bleiben auch ihre Initiativen, Frauen in technische Berufe und in Führungspositionen zu bringen", so Eibinger-Miedl.

Eine schillernde Persönlichkeit des steirischen Wirtschaftslebens

Kresch war eine Persönlichkeit des steirischen Wirtschaftslebens und hatte zahlreiche Funktionen inne, unter anderem in der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung. Sie war Industrie-Spartenobfrau der Wirtschaftskammer Steiermark und Bundesvorstandsmitglied der Industriellenvereinigung. 2001 wurde sie zur "Business Woman of the Year" gewählt und erhielt neben anderen Auszeichnungen 2004 den "Großen Josef-Krainer-Preis" des Landes Steiermark. Im Jänner 2018 wurde ihr gemeinsam mit Ehemann Otto (70) von LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark für ihr Lebenswerk überreicht.

Zum Jahresende 2017 zog sich Kresch, begeisterte Tänzerin, Rallyefahrerin und Fallschirmspringerin, aus der operativen Geschäftsführung des Unternehmens zurück. Die Opernredoute in Graz am 27. Jänner 2018 war einer ihrer letzten Auftritte. Kresch, die sich stets für Frauen in der Industrie und für das Begeistern von jungen Frauen für die Technik eingesetzt hatte, verlor im 59. Lebensjahr den Kampf gegen die Krankheit. (red)

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