Luftfahrt

Regierungsmitglied aus Abu Dhabi steigt in Alitalia-Board ein

Der Alitalia-Mutterkonzern Etihad will im Kampf um die Rettung der krisengeschüttelten italienischen Airline eine zentralere Rolle spielen. Der Manager Ahmed Ali Al Sayegh, Mitglied der Regierung in Abu Dhabi, soll in den Board der Alitalia einsteigen.

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Das Ziel der Personalentscheidung ist, engere Verbindungen zu den italienischen Aktionären der Airline zu pflegen, zu denen auch die Bank Austria-Mutter UniCredit zählt. Etihad will dabei Medienberichten zufolge den CEO der Airline, Cramer Ball, und Verwaltungsratschef James Hogan ersetzen. Etihad sei mit dem Management der Airline nicht zufrieden, die 2016 Verluste in Höhe von 400 Mio. Euro geschrieben hat. Der seit März als CEO amtierende Australier Ball soll durch einen italienischen Manager mit guten Beziehungen zur Bankenwelt ersetzt werden, hieß es in Rom.

Die Airline arbeitet unterdessen an einem Entwicklungsplan, der die Streichung von rund 1.500 Jobs vorsehen soll. Dabei soll vor allem beim Bodenpersonal der Rotstift angesetzt werden. Dieser Plan soll von einem Berater geprüft werden, der die Umsetzbarkeit bewerten soll. Danach müssen noch die Aktionäre den Plan absegnen, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero".

Alitalia macht pro Tag etwa 500.000 Euro Verlust und ist weit entfernt vom einstigen Vorhaben, 2017 wieder Gewinne einzufliegen. Etihad, die 49 Prozent an Alitalia hält und dort 560 Mio. Euro investiert hat, forderte deshalb jüngst Kostensenkungen. Etihad ist auch an Air Berlin beteiligt, was ihr ebenfalls Verluste eingebrockt hat. Insidern zufolge will Etihad nun seine Europa-Strategie auf den Prüfstand stellen. (apa)