Elektroindustrie

Recycling: Ein paar Tipps zu älteren Handys und Waschmaschinen

Eine Initiative und mehrere Firmen in Österreich kämpfen erfolgreich gegen den Abfallberg von Elektrogeräten. Als Abgabestellen dienen Volkshochschulen, Mistplätze oder ein Reparaturzentrum. Gewinner sind die Bürger des Landes selbst - und die Umwelt.

Wer zu Weihnachten ein neues Handy bekommen hat oder den Neujahrsputz zum Ausmustern kaputter Elektrogeräte nutzen will, steht vor der Frage: Wohin mit dem ausrangierten Zeug? Die Initiative "Rund geht's" gibt Tipps, wo man alte oder kaputte Laptops, Waschmaschinen oder Kühlschränke in Wien abgeben kann, damit sie sinnvoll weiterverwendet werden können.

Denn viele Geräte können repariert und dann sozialen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Geht das nicht, lassen sich zumindest diverse Bestandteile für andere Zwecke nutzen. Netbooks, Laptops oder Tablets samt Ladekabeln können beispielsweise zu den Wiener Volkshochschulen (VHS) gebracht werden, hieß es seitens "Rund geht's" gegenüber der APA. Die VHS geben die Geräte ins Demontage- und Recyclingzentrum weiter, wo alle Daten gelöscht und die Rechner gereinigt, falls nötig repariert und neu aufgesetzt werden. Sie werden dann zum Beispiel in Quartieren für minderjährige Flüchtlinge oder in Tageszentren für Obdachlose wieder eingesetzt.

Die bundesweite Initiative "Rund geht's" - ins Leben gerufen vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband und zahlreichen Partnern - gibt es schon seit längerem. Sie will mit konkreten Beispielen darauf aufmerksam machen, wie wichtig Mülltrennung ist und auf welche Weise Rohstoffe wiederverwendet werden können.

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So werden etwa allein über das Netzwerk RepaNet, das sich mit Cafes, Werkstätten und Sammelstellen um die Wiederverwendung ausgemusterter Produkte kümmert, in mehr als 100 Shops rund 5.500 Tonnen an Altwaren verkauft. Laut eigenen Angaben werden dadurch knapp 75.000 Tonnen an CO2-Äquivalenten eingespart. Das entspreche dem Jahresverbrauch von rund 29.000 Pkw.

Kupfer und Gold in jedem Handy

Ist jeder Rettungsversuch alter Geräte hoffnungslos, werden immerhin Einzelbestandteile weiterverwendet: Kupfer, Gold und Silber können etwa zu Schmuckstücken verarbeitet werden, Kunststoffe werden zu Granulat zerlegt, um daraus neue Gehäuse für Staubsauger oder Kaffeemaschinen herzustellen.

Auch für größere Haushaltsgeräte gibt es oft ein Leben danach. Das Reparaturzentrum R.U.S.Z. in Penzing in der Lützowgasse 12-14 nimmt sich etwa alter Waschmaschinen an. Dort werden sie überprüft, gegebenenfalls repariert und im hauseigenen Re-Use-Shop günstig weiterverkauft. Ausgediente Exemplare werden zerlegt und dienen als Ersatzteilspender.

MA 48 in Wien und Penzinger Reparaturzentrum

Altwaren aller Art können auch bei den Wiener Mistplätzen abgegeben werden. Im Altwarenlager der MA 48 werden sie nach Produktgruppen und Gebrauchsfähigkeit sortiert. Nach Reparaturarbeiten werden Elektrogeräte entweder an karitative Einrichtungen weitergegeben oder im "48er-Tandler" im Wiener Bezirk Margareten (Siebenbrunnenfeldgasse 3) wieder verkauft - Geschirrspüler beispielsweise mit einem Jahr Gewährleistung. (apa/red)

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