Elektroindustrie

Proteste bei Osram gegen AMS

Mitarbeiter von Osram haben in der Münchner Konzernzentrale und in Berlin gegen den drohenden Abbau von Arbeitsplätzen protestiert, der sich im Zuge der Übernahme durch AMS abzeichnet - aber offiziell noch nicht bestätigt ist.

Mehr als 1.100 Osram-Mitarbeiter haben laut deutscher Gewerkschaft IG Metall gegen den Stellenabbau bei dem Lichttechnikkonzern demonstriert, den der steirische Chip- und Sensorhersteller AMS aufkaufen will. Zu einer Kundgebung vor der Konzernzentrale in München versammelten sich 800 und vor dem Werk in Berlin weitere 350 Mitarbeiter, so Sprecher der Gewerkschaft in beiden Städten.

Bisher keine offizielle Bestätigung von Kündigungen

Die IG Metall befürchtet, dass sich der kriselnde Konzern von 800 seiner 5.600 Beschäftigten in Deutschland trennt, wofür es allerdings bisher keine offizielle Bestätigung des Vorstands gibt. Osram werde "kaputtgespart".

Gerichtsurteil zugunsten AMS

Auch von der geplanten Übernahme des Konzerns durch die österreichische AMS erwarten die Arbeitnehmervertreter nichts Gutes. Im Kampf gegen AMS erlitten sie vor Gericht einen Rückschlag. Der Betriebsrat hatte dagegen geklagt, dass der Konzern kurz nach dem Scheitern seines ersten Übernahmeangebots ein zweites Offert platzierte.

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AMS nutzte damit eine Lücke im Gesetz, das nach Auffassung der IG Metall zwei Angebote nacheinander eigentlich verbietet. Doch das Oberlandesgericht Frankfurt entschied nun, dass der Betriebsrat kein Recht habe, die Freigabe des zweiten Offerts durch die deutsche Börsenaufsicht BaFin anzufechten. Das Übernahmeangebot von AMS an die Osram-Aktionäre läuft bis 5. Dezember.

Dazu:
Osram: Große Sorge um den Standort Berlin >>  
Kehrtwende: Osram gibt Widerstand gegen AMS auf >>

Osram schreibt tiefrote Zahlen

Osram schreibt derzeit tiefrote Zahlen. Hauptgrund ist die gesunkene Nachfrage von Auto- und Smartphone-Herstellern, den zwei wichtigsten Kundengruppen. Nach einem Verlust von 343 Mio. Euro in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 hatte das Unternehmen angekündigt, den Arbeitsplatzabbau fortzusetzen.

Fast jeder Zehnte musste innerhalb von zwölf Monaten gehen

Anders als die IG Metall nennt Osram dazu keine Zahl, sondern verweist auf die laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Der Konzern strebt nach eigenen Angaben sozialverträgliche Lösungen an. Binnen zwölf Monaten hat Osram die Belegschaft weltweit bereits um 2.340 auf 23.500 Mitarbeiter, also um rund neun Prozent, reduziert.

IG Metall und Betriebsräte fürchten, dass die geplante Übernahme von Osram durch AMS die Zerschlagung des Konzerns bedeuten würde. (reuters/dpa/apa/red)

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