Ölpreise

Preissturz nach Anstieg: Ölpreise sind 2018 um ein Fünftel gesunken

Nach dem Anstieg der Ölpreise folgte Anfang Oktober ein Preissturz in die Nähe der Marke von 50 Dollar. Grund sind Spekulationen um eine Abschwächung der Konjunktur, die stärkere Förderung in den USA und die Uneinigkeit der Opec. Hier der Überblick.

Kurz vor dem Ende eines turbulenten Jahres haben die Ölpreise wieder etwas angezogen. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 53,27 Dollar (46,82 Euro) je Barrel (159 Liter). Auf Jahressicht ging der Brent-Ölpreis um rund 20 Prozent zurück.

US-Leichtöl WTI kostete mit 45,80 Dollar um 2,7 Prozent mehr. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2018 hat der WTI-Ölpreis bis Jahresende rund 25 Prozent verloren. Bis Anfang Oktober stiegen die Ölpreise auf mehr als 80 Dollar und stürzten dann bis zuletzt auf 50 Dollar ab.

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Die treibenden Faktoren

Der Handelsstreit zwischen China und den USA hat seit Beginn des vierten Quartals Spekulationen auf eine Konjunkturabschwächung mit sinkender Nachfrage nach Öl ausgelöst.

Zum anderen fördern die USA wieder mehr Öl und könnten 2019 trotz Förderkürzungen der OPEC und ihrer Partner für ein Überangebot sorgen. Mit 11,6 Millionen Fässern Öl pro Tag ist die weltgrößte Volkswirtschaft im laufenden Jahr auch zum weltgrößten Ölförderer aufgestiegen - noch vor Saudi-Arabien und Russland.

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Bis Oktober hatten viele Anleger auf ein sinkendes Angebot durch höhere Nachfrage gesetzt. Der Preis für Brent war auf ein Vier-Jahres-Hoch von über 85 Dollar gestiegen. Etwa parallel zur Ernüchterung an den Aktienmärkten kam auch der Ölpreis unter Druck. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, an dem die US-Börsen geöffnet waren, rutschte er zeitweise erstmals seit Juli vorigen Jahres wieder unter 50 Dollar. Auf Jahressicht ergibt sich ein Preisabschlag von rund 20 Prozent. (reuters/apa/red)