Bauindustrie

Porr: Verlust für das Vorjahr und Auftragspolster in Rekordhöhe

Der zweitgrößte heimische Baukonzern hat das Vorjahr mit einem zweistelligen Verlust abgeschlossen. Grund seien "massive Einschränkungen durch die Pandemie und Neubewertungen von Projekten", so die Porr. Trotzdem erreicht Auftragsbestand bei einem Plus von zwölf Prozent ein neues Allzeithoch.

Der Baukonzern Porr hat das vorige Jahr wegen "massiver Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie und Neubewertungen von Projekten" mit einem zweistelligen Verlust abgeschlossen. Das Minus betrug 42,4 Mio. Euro, nach 27,8 Mio. Gewinn im Jahr davor, teilte das Unternehmen mit. Seit Herbst hatte Porr selbst für 2020 zwischen 45 und 55 Mio. Euro Verlust erwartet. Die Porr beschäftigt knapp über 20.000 Mitarbeiter.

Neuer Rekord beim Auftragspolster

Neben Leistungsstörungen und Betriebsunterbrechungen kam es laut Porr in allen Märkten zu Projektverschiebungen durch Reisebeschränkungen, lokale Lockdowns und Ausfälle von Subunternehmen. Dennoch erhöhte Porr den Auftragsbestand um 12,2 Prozent auf 7,067 Mrd. Euro, einen historischen Höchststand. Der Auftragseingang wuchs gegenüber Ende 2019 um 8,6 Prozent auf 5,905 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach von 216,2 Mio. auf 131,4 Mio. Euro ein, das Ergebnis vor Steuern (EBT) drehte von positiven 37,4 Mio. Euro auf 51,0 Mio. Euro ins Minus.

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Die Produktionsleistung sank um 6,9 Prozent, von 5,570 Mrd. auf 5,185 Mrd. Euro, und soll heuer - wie bereits seit Herbst erwartet - zwischen 5,3 und 5,5 Mrd. Euro liegen, bekräftigte der Konzern. Wichtigste Märkte von Porr blieben mit 71 Prozent Anteil Österreich und Deutschland. Weiterhin von hoher Dynamik geprägt sei der Wohnbau in diesen zwei Ländern und der Schweiz. Die Umsatzerlöse gaben im Vorjahr um 4,7 Prozent auf 4,562 Mrd. Euro nach.

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Eine Marge von etwa 1,4 Prozent

Für heuer strebt Porr weiter eine positive EBT-Marge von 1,3 bis 1,5 Prozent an, hieß es. Das hatte der Bauriese auch schon im November zu den Neunmonatszahlen erklärt.

Der Bestand an liquiden Mitteln wurde mit 583 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau gehalten. Die Nettoverschuldung senkte Porr signifikant um 60,5 Prozent auf 137 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote habe man trotz des negativen Ergebnisses um 2,1 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent verbessern können.

Auch für 2020 wird es keine Dividende geben - für 2019 war sie trotz eines Gewinns wegen der Coronakrise gestrichen worden. Das ändere aber nichts an der Dividendenpolitik der Porr, die bei einem positiven Ergebnis unverändert an einer Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent festhält, wird betont. (apa/red)

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