Bauindustrie

Porr: Probleme mit Stahl aus China bei einer Brücke in Deutschland

Österreichs Bauriese Porr errichtet die Rheinbrücke in Leverkusen - eines der aktuell aufwendigsten Projekte im deutschen Straßenbau. Doch schlechte Stahlteile aus China sorgen jetzt für große Schwierigkeiten zwischen der Porr und dem deutschen Bauherrn.

Im Bild ein Rendering der Rheinbrücke.

Die Porr könnte wegen mangelhaften Stahlteilen aus China erhebliche Probleme bei einem Großprojekt in Deutschland bekommen, nämlich beim Bau der Rheinbrücke in Leverkusen in der Nähe von Köln. Das Projekt gilt als eines der aufwendigsten laufenden Bauprojekte im Straßenverkehr des größten deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Auftraggeber ist die Behörde Straßen.NRW. Im Oktober 2017 hatte die deutsche Konzerntochter der Porr den diesbezüglichen Auftrag gewonnen.

Auftraggeber droht mit Kündigung

Im Zuge der Errichtung hat die Porr in China eine Lieferung von Stahlteilen in Auftrag gegeben, die nun offenbar Mängel aufweisen und für erhebliche Verzögerungen beim Neubau dieser Rheinbrücke sorgen könnten. "Die Stahlteile, die angeliefert wurden, weisen erhebliche Mängel auf", sagte ein Sprecher des Landesbetriebes Straßen.NRW der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. Wie es auf der Baustelle weitergehe, sei unklar.

Porr: Der Zeitplan wird halten

Nun will die Porr nach eigenen Angaben die Mängel an den chinesischen Stahlteilen beheben. Dagegen fordert der Auftraggeber die Neuherstellung der Stahlteile und hat Porr mit der Kündigung des Auftrags angedroht.

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Der Baukonzern hält dagegen: "Nicht nur nach Ansicht der Porr, sondern auch der vorliegenden Gutachten renommierter Stahlbau-Experten ist eine Neuproduktion nicht notwendig." Weiter meldet das Unternehmen auf Anfrage der Austria Presseagentur: "Auch der TÜV Rheinland hat in einer Stellungnahme bestätigt, dass vorhandene Mängel beseitigt werden können."

Die Porr betont, den Zeitplan für den Brückenbau weiterhin einhalten und die erste Brücke Richtung Köln wie geplant fertigstellen zu können.

(red mit APA, dpa und dpa-afx)

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