Atomkraft

Paris will bis 2022 uraltes AKW Fessenheim abschalten - andere nicht

Bei der Grande Nation ist der Anteil des Atomstroms am Strommix unter den höchsten der Welt. Zumindest das Uralt-AKW Fessenheim direkt am Rhein wird in vier Jahren abgeschaltet - andere sollen weiterlaufen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will in seiner bis 2022 laufenden Amtszeit außer dem Altmeiler Fessenheim im Elsass keine weiteren Atomkraftwerke schließen. Zugleich stellte er in einer mit Spannung erwarteten Grundsatzrede mittelfristig eine Verringerung der Abhängigkeit des Landes von der Kernenergie in Aussicht.

"Ich wurde nicht mit dem Wahlversprechen zum Präsidenten, aus der Atomkraft auszusteigen, sondern deren Anteil am Energiemix auf 50 Prozent zu drücken", sagte Macron. Dieses Ziel soll bis 2035 erreicht sein. Derzeit liegt der Anteil von Atomstrom noch bei 75 Prozent. Insgesamt 14 der derzeit 58 vom staatlichen Versorger EDF betriebenen Atomreaktoren werden den Regierungsplänen zufolge voraussichtlich bis 2035 vom Netz gehen.

Einem Insider aus dem Umfeld des Präsidialamtes zufolge ist der französische Staat an einem Ausbau seines Anteils an dem Energieversorger interessiert, der seine Konzernstruktur jedoch verändern soll. Industriekreise gehen davon aus, dass es auf eine Abspaltung der Nuklearsparte von EDF hinauslaufen könnte. Diese würde dann zu 100 Prozent vom Staat kontrolliert. Der Staatsanteil an EDF liegt derzeit bei 83,7 Prozent.

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Aus für Fessenheim ist fix

Das Aus für Fessenheim, Frankreichs ältestes Atomkraftwerk, ist beschlossene Sache. Die beiden Reaktoren sollen laut Macron im Sommer 2020 abgeschaltet werden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat mehrfach vor einer Gefahr durch abgebrannte Brennelemente in französischen und belgischen Atomkraftwerken gewarnt. Insbesondere Atomkraftwerke wie Fessenheim in Frankreich und Tihange in Belgien haben wegen ihre Nähe zu Deutschland auch hierzulande Sorgen vor Atomunfällen genährt. (reuters/apa/red)

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