Automobilindustrie

Opel Rüsselsheim: PSA tritt Teile des Entwicklungszentrums an Segula Technologies ab

Seit der Übernahme von Opel durch PSA Peugeot Citroen bangen die rund 7.000 Beschäftigten des Entwicklungszentrums um ihre Arbeitsplätze, weil die Franzosen die Arbeit neu organisieren und Aufträge des früheren Eigners General Motors wegfallen.

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PSA verhandelt mit Produktentwickler Segula: Bei einer Einigung wolle der Partner bis zu 2.000 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim übernehmen.

Der Autobauer mit großem Werk in Wien will verstärkt Plattformen des Mutterkonzerns PSA nutzen und damit Entwicklungskosten massiv senken. Die Auslastung seines Entwicklungszentrums in Rüsselheim soll durch eine Partnerschaft mit dem Dienstleister Segula Technologies aus Frankreich abgesichert werden.Der Vorschlag von Segula Technologies ziele darauf ab, einen europäischen Engineering-Campus in Rüsselsheim zu gründen. Dessen Aktivitäten sollten über die Automobilindustrie hinausgehen und auch Angebote für Branchen wie Bahn und Energie umfassen. Bei einer Einigung wolle der Partner bis zu 2.000 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim übernehmen.

Angestrebt sei eine "strategische Partnerschaft" mit dem Familienunternehmen, das bereits für die Opel-Mutter PSA tätig ist, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. Die Geschäftsteile würden im Falle einer Einigung aber zu 100 Prozent an Segula übergehen. Pläne, weitere Teile des Entwicklungszentrums an andere Dienstleister zu verkaufen, gebe es nicht.

"Das Ziel ist klar: Wir wollen die Arbeitsplätze in der Entwicklung in Rüsselsheim sichern - und zwar langfristig", betonte Lohscheller in einer Telefonkonferenz. "Niemand muss umziehen, niemand muss sich Sorgen machen um den Beschäftigungsschutz." Segula habe ein "sehr überzeugendes Zukunftskonzept" zum Ausbau seiner Kapazitäten in Deutschland vorgelegt, sagte Lohscheller. So wolle das weltweit tätige Unternehmen mit derzeit 11.000 Mitarbeitern in Rüsselsheim seine Zentrale für Nordeuropa errichten.

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"Wir werden den Vorschlag dieser strategischen Partnerschaft nun im Detail mit unseren Sozialpartnern diskutieren", kündigte Lohscheller an. "Wir wollen das natürlich zügig zu einem Abschluss bringen. Denn dann haben wir wirklich die Arbeitsplätze gesichert und eine gute Zukunftsperspektive für alle hier."

In dem Entwicklungszentrum arbeiten aktuell etwa 7.000 Menschen. Die verbleibenden Beschäftigten wären Opel-Angaben zufolge weiterhin für den PSA-Konzern tätig. Allerdings schrumpft die Opel-Belegschaft ohnehin - auch wenn der Stellenabbau nach zähem Ringen zwischen Geschäftsleitung, IG Metall und Betriebsrat vorerst auf 3.700 Jobs begrenzt bleibt. Die übrigen mehr als 15.000 Arbeitsplätze sind bis einschließlich Juli 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Hintergrund der nun angestrebten Neuordnung ist ein deutlicher Rückgang von Aufträgen der früheren Opel-Mutter General Motors (GM) für das Entwicklungszentrum. Als die Überlegungen vor einigen Monaten bekannt geworden waren, hatte der Betriebsrat Bedenken geäußert: Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass bei einem Verkauf von Teilen des Entwicklungszentrums oder einer strategischen Partnerschaft die IG Metall und damit der Flächentarifvertrag umgangen werden könnte.

Segula-Deutschland-Chef Martin Lange versicherte in einer Mitteilung am Mittwoch: "Segula beabsichtigt, die bis Juli 2023 geltenden Arbeitsplatzgarantien aufrechtzuerhalten." Es gehe darum, "denjenigen, die von Opel zu uns kommen, eine nachhaltige Zukunft zu sichern". Segula arbeitet auch für andere Autokonzerne und ist zudem in den Bereichen Energie, Bahn und Schifffahrt als Entwicklungs- und Ingenieurdienstleister tätig.

Segula hat im Vorjahr die EK Design Gruppe übernommen und ist in Östermit Standorten in Graz, Steyr und in Wien im Produktentwicklungsprozess für die Automobil-, Nutz- und Sonderfahrzeug-, Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie tätig. Das Unternehmen ist ein internationaler Engineering-Konzern mit 100 Niederlassungen in 26 Ländern und 11.000  Beschäftigten.

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