Autoindustrie

Opel: Kurzarbeit in Deutschland, Stellenabbau in England

Bei Opel beginnt im Stammwerk Rüsselsheim noch diese Woche die Kurzarbeit. In einem britischen Werk der Marke Vauxhall sollen nach Vorgaben der Konzernmutter PSA weitere 250 Arbeitsplätze wegfallen.

PSA, zu dem die Marken Peugeot, Citroen und DS gehört, hatte Opel und die britische Schwestergesellschaft Vauxhall im Sommer 2017 vom US-Konzern GM gekauft. Seither arbeiten die Franzosen daran, den deutschen Hersteller mit einem großen Werk in Wien und weiteren Werken in ganz Europa profitabler zu machen.

Kurzarbeit in Rüsselsheim

Noch in dieser Woche beginnt im Opel-Werk in Rüsselsheim eine voraussichtlich sechsmonatige Kurzarbeit. Die Bundesagentur für Arbeit habe dies bewilligt, so ein Unternehmenssprecher. Geschäftsleitung und Betriebsrat hatten in Abstimmung mit der IG Metall die Kurzarbeit im Stammsitz des Unternehmens vereinbart. Betroffen sind sowohl die Produktentwicklung als auch Verwaltungsbereiche, hieß es.

Stellenabbau in der Produktion des "Astra" bei Vauxhall

Der französische Autobauer PSA will in einem seiner britischen Vauxhall-Werke weitere 250 Stellen streichen. In Ellesmere Port solle es ab April nur noch eine Schicht geben, teilte PSA mit. *)

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Bereits im Oktober hatte der Konzern den Abbau von 400 Stellen dort angekündigt. Das entsprach in etwa einem Viertel der Belegschaft. In der Fertigungsstätte wird das Modell Astra gebaut.

Konzernchef: Opel wird keine Strafen zu Grenzwerten zahlen

Opel-Chef Michael Lohscheller schließt Strafzahlungen wegen verfehlter Kohlendioxid-Grenzwerte für sein Unternehmen aus. "Ich bin sicher, dass wir es schaffen, die ab 2020 vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten", sagte Lohscheller der "Welt am Sonntag". Von da an dürfen die Neuwagenflotten eines Herstellers nach EU-Vorgaben im Schnitt nur noch maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Lohscheller sagte der Zeitung, Strafzahlungen seien für ihn keine Option. "Die wären nicht nur außerordentlich hoch, ich glaube außerdem, dass Kunden Autos von einem Hersteller, der gesetzliche Vorgaben nur mittels Strafzahlungen einhalten kann, nicht besonders attraktiv finden." Der Gesetzgeber habe Grenzwerte gesetzt, "also müssen wir sie einhalten".

Zahlreiche Experten sind in den vergangenen Monaten zum Schluss gekommen, dass die europäischen Umweltziele für die deutschen Autobauer eine große Herausforderung sind. Gründe sind demnach sinkende Diesel-Verkäufe, die schleppende Nachfrage nach Elektroautos und eine steigende Beliebtheit schwerer SUV-Modelle.

(red/reuters/dpa/apa)

*) Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war von Kündigungen im Werk von Vauxhall die Rede. Opel weist jedoch darauf hin, dass die Arbeitsplätze bei Vauxhall zwar, wie von Industriemagazin.at gemeldet, tatsächlich abgebaut werden. Es handle sich jedoch nicht um Kündigungen, sondern um ein "freiwilliges Abfindungsprogramm".

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