Mineralölindustrie

OMV: Weniger Förderung und magere Margen bei Raffinerien

Die OMV hat im zweiten Quartal weniger Öl und Gas gefördert als Anfang 2020. Dem Mineralölmulti machen sinkende Ölpreise zu schaffen, auch der Absatz ist wegen der Coronakrise deutlich zurückgegangen. Die Auslastung der Raffinerien liegt bei 80 Prozent.

Der österreichische OMV-Konzern hat in dem zu Ende gegangenen zweiten Quartal etwas weniger Öl und Gas gefördert als Anfang 2020. Im Schnitt lag die Produktion so niedrig wie seit Ende 2018 nicht mehr. Die Raffineriemarge sackte auf den tiefsten Wert seit noch längerer Zeit ab. Die Raffinerie-Auslastung war gering, geschuldet der coronabedingt niedrigen Nachfrage.

"Die Retail und Commercial Volumen wurden durch die COVID-19-Lockdown-Maßnahmen deutlich negativ beeinflusst", erklärte die OMV im Trading Update (Quartalszwischenbericht) für den Zeitraum April bis Juni. Verglichen mit dem heurigen ersten Quartal stiegen die Retail-Margen, während die Commercial-Margen stabil blieben. In Summe verkaufte die OMV im zweiten Quartal im Schnitt 434.000 Fass/Tag, nach 446.000 Barrel/Tag zum Jahresauftakt. Davon entfielen etwa 173.000 Barrel täglich auf Öl und NGL sowie 261.000 Fass pro Tag auf Gas.

Die Gesamtproduktion des Konzerns lag im Zeitraum April bis Juni im Tagesschnitt bei 464.000 Barrel Öl-Äquivalent (je 159 Liter), nach 472.000 Barrel/Tag im Vorquartal bzw. 490.000 Fass täglich im zweiten Vierteljahr 2019. Lediglich Ende 2019 hatte der OMV-Konzern bisher in einem Quartal mit 505.000 Fass/Tag im Schnitt über eine halbe Mio. Fass täglich an Öl und Gas produziert. Von den 464.000 Fass/Tag im zweiten Quartal d.J. entfielen 177.000 auf Öl und NGL, 287.000 Barrel auf Gas.

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Der von der OMV im zweiten Quartal durchschnittlich realisierte Ölpreis lag mit 25,6 Dollar pro Fass spürbar unter dem ersten Quartal (40,8 Dollar) und noch deutlicher unter dem Schlussquartal 2019 (61,0 Dollar). 2019 waren es im zweiten Quartal noch 65,9 Dollar/Fass gewesen. Der im Schnitt realisierte Gaspreis gab von 11,0 Euro/MWh im ersten auf 8,2 Euro/MWh im zweiten Quartal nach.

Stark nachgegeben hat im Berichtszeitraum April bis Juni auch die OMV-Referenz-Raffineriemarge. Sie lag bei nur 2,26 Dollar pro Barrel - nach noch 4,93 Dollar im ersten und 5,02 Dollar im vierten Quartal. Im zweiten Quartal 2019 war die Marge bei 3,18 Dollar gelegen, im dritten bei 5,46 Dollar.

Jedoch hat die OMV laut der Mitteilung im zweiten Quartal einen positiven Beitrag im Bereich eines mittleren zweistelligen Euro-Millionenbetrags aus Hedges auf die Raffineriemarge realisiert. "Für die verbleibenden Quartale dieses Jahres wurde jeweils ein positiver Beitrag in derselben Größenordnung fixiert", heißt es. Die kompletten Quartalsergebnisse sollen am 29. Juli kommen.

Die Raffinerie-Auslastung lag zuletzt bei 79 Prozent, nach 94 Prozent im ersten und 98 Prozent im vierten Quartal. Im zweiten Vierteljahr 2019 waren es 96 Prozent gewesen. Die gesamte Verkaufsmenge an Raffinerieprodukten lag zuletzt bei 4,22 Mio. Tonnen, nach 4,60 Mio. t im ersten und 5,17 Mio. t im vierten Quartal; im zweiten Quartal 2019 waren es 5,38 Mio. t gewesen. Auch die Erdgas-Verkaufsmengen sanken stark - auf zuletzt 32,32 TWh im zweiten Quartal, nach 48,03 TWh im ersten Vierteljahr; allerdings waren es 2019 im zweiten Quartal lediglich 26,76 TWh gewesen. (apa/red)