Österreichs Treibhausgas-Emissionen steigen weiter

In Österreich steigt der Ausstoß von Treibhausgasen immer weiter an - trotz allen Bemühungen und noch mehr Marketing zum Umweltschutz. Die Energiewende konzentriert sich weiter auf den Bereich Strom - dabei ist nicht die Stromproduktion der größte Treiber, sondern der Verkehr.

Klimawandel Umweltverschmutzung Verkehr Logistik Bauindustrie

Österreichs Treibhausgas-Emissionen (THG) sind von 2015 auf 2016 um rund ein Prozent gestiegen und liegen laut dem Klimaschutzbericht 2018 bei 79,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent.

Verkehr als größter Treiber - Tendenz immer weiter steigend

Ein Signal dafür, die Umsetzung der Klima- und Energiestrategie voranzutreiben, so die Experten des Umweltbundesamts. Denn aufgrund dieser Entwicklung sei es nicht gesichert, dass die Klimaziele 2020 erreicht würden, wie das Umweltbundesamt vor wenigen Tagen mitgeteilt hat.

Beim Klimaschutzbericht 2017 betrug der Anstieg von 2014 auf 2015 im Vergleich 3,2 Prozent. Davor verzeichnete man ein knappes Jahrzehnt lang sinkende Emissionen, stellte Umweltbundesamts-Geschäftsführerin Monika Mörth fest. "Nr. 1 ist dabei der Verkehr. Hier verzeichnen wir nach wie vor steigende Emissionen, in diesem Sektor liegt aber auch ein großes Reduktionspotenzial", erklärt sie. Der Sektor Verkehr wies im Jahr 2016 THG-Emissionen von rund 23 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf - ein Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zu 2015.

80 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr

Zurückzuführen sei der Anstieg um rund 0,8 Millionen Tonnen insbesondere auf nachteilige Effekte des Wirtschaftswachstums, wie die steigende Verkehrsleistung im Personen- und Güterverkehr, aber auch den witterungsbedingt höheren Heizbedarf, die die Emissionen im Verkehrs- und Gebäudesektor deutlich ansteigen ließen, schrieb das Umweltbundesamt. In der Industrie und Energieaufbringung ist laut den Daten hingegen eine Abnahme der Emissionen zu verzeichnen.

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Hinsichtlich der Klimaziele 2020 und 2030 und den für Österreich vorgesehenen Höchstmengen für die Freisetzung von THG, die nicht im Emissionshandel geregelt sind, wurde das nationale Ziel 2016 unterschritten. Das war auch von schon 2013 bis 2015 der Fall. Die Differenz zum Zielwert 51 Millionen Tonnen betrug 2016 rund 0,4 Millionen Tonnen. Laut Umweltbundesamt Österreich stehen damit zumindest 8,8 Mio. Tonnen als Gutschriften zur Verfügung, die in die Bilanz bis 2020 eingerechnet werden können.

Standardwerk für klimapolitische Analysen

Der hier als PDF abrufbare Klimaschutzbericht ist das Standardwerk für klimapolitische Analysen und Entscheidungen. Er basiert auf den Zahlen der heimischen Treibhausbilanz. Bei deren Präsentation im Jänner dieses Jahres prognostizierte das Umweltbundesamt für 2017 weitere Zunahmen der THG-Emissionen, denn sowohl der Diesel- wie auch der Heizölverbrauch stieg an, der Erdgasverbrauch gar um elf Prozent. Im Verkehrs- und Gebäudesektor ging man von einem Plus von 0,9 Millionen Tonnen im Jahr 2017 aus. (apa/red)

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