Energie

Ölpreise steigen stark wegen Unruhen in Libyen

Die Ölpreise haben am Montag angesichts hoher Angebotsrisiken neue fünfmonatige Höchststände erreicht. Marktteilnehmer nannten die drohende Eskalation der Krise in Libyen als einen Grund für die Preisaufschläge am Ölmarkt.

Der Brent-Ölpreis ist am Montagvormittag gestiegen. Der als wichtige Ölpreisbenchmark geltende Future auf die Rohölsorte Brent notierte gegen 11.00 Uhr in London um 0,48 Prozent höher bei 70,68 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Donnerstag notierte er zuletzt bei 70,34 Dollar.

Zwischenzeitlich war er bis auf 70,83 Dollar gestiegen und hatte damit den höchsten Stand seit rund fünf Monaten erreicht. "Durch die robusten US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag sind die Nachfragesorgen nochmals geringer geworden, nachdem schon die letzten chinesischen Konjunkturdaten überzeugt hatten", heißt es in einer aktuellen Einschätzung der Commerzbank. Damit würde das sich weiter verknappende Angebot stärker ins Gewicht fallen.

Neue Produktionsausfälle befürchten die Marktteilnehmer laut Commerzbank in Libyen. In dem ölreichen OPEC-Land sieht sich die international anerkannte Regierung einer militärischen Offensive des einflussreichen Generals Chalifa Haftar ausgesetzt.

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Dort rückten seit Donnerstag Truppen des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar auf die Hauptstadt Tripolis vor, in der die Einheitsregierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj ihren Sitz hat. Die Einheiten des Generals griffen nach eigenen Angaben am Sonntag erstmals Vororte von Tripolis aus der Luft an. Die Regierungstruppen starteten daraufhin eine Gegenoffensive.

Libyen hat im vergangenen Monat etwa 1,1 Millionen Barrel Rohöl am Tag gefördert und ist damit ein mittelgroßer Produzent im Ölkartell OPEC. Hinzu kommen jedoch die US-Sanktionen gegen den Iran und die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela. Zusammen mit der OPEC-Strategie eines knappen Angebots sorgen die Entwicklungen für steigende Ölpreise.

Der Preis für OPEC-Öl ist am Freitag auf 69,02 Dollar pro Barrel gestiegen. Am Donnerstag hatte das Barrel nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien noch 68,76 Dollar gekostet. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten zusammen.

Der Goldpreis zeigte sich fester. Im Londoner Goldhandel wurde heute gegen 11.00 Uhr die Feinunze (31,10 Gramm) bei 1.297,37 Dollar (nach 1.291,74 Dollar am Donnerstag) gehandelt.

(apa/dpa/red)