Mineralölindustrie

ÖBIB verlägert OMV-Syndikatsvertrag mit arabischem Großaktionär IPIC

Die österreichische Staatsholding ÖBIB und IPIC, der Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate, haben den Syndikationsvertrag über die Beteiligungen am Mineralölkonzern OMV verlängert - in adaptierter Form, aber unbefristet. Hier die Details.

Die OMV-Kernaktionäre - die Staatsholding ÖBIB und der Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate IPIC - haben ihren Syndikationsvertrag am heutigen Dienstag in adaptierter Form verlängert. ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer und der Vorstandsvorsitzende der IPIC, Suhail Mohamed Al Mazrouei, der auch Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate ist, unterschrieben den angepassten Vertrag.

"Wir haben den Vertrag angepasst"

"Wir haben den Vertrag an geänderte rechtliche Verhältnisse angepasst, ihn modernisiert", sagte Oberndorfer im APA-Gespräch. Sie sprach von einer konstruktiven Partnerschaft zwischen der ÖBIB und IPIC, die auch für die Republik Österreich "sehr gut" sei. Der adaptierte Vertrag laufe auf unbestimmte Zeit. Aufgrund alter Klauseln seien für das heurige Jahr Änderungen angestanden, so Oberndorfer, die mit dem Verweis auf Verschwiegenheitspflichten nichts zu konkreten Inhalten des Vertragswerks sagen wollte.

Mit der Anpassung des Syndikatsvertrages soll weiter eine stabile Aktionärsstruktur der OMV, des größten heimischen börsenotierten Unternehmens, gewährleistet werden. Geregelt werden nach internationalen Maßstäben Abläufe der Willensbildung der Syndikatspartner, die gemeinsam mehr als 56 Prozent am Mineralölriesen halten - davon die ÖBIB 31,5 Prozent und IPIC, die ihren Sitz in Abu Dhabi hat, 24,9 Prozent.

"Sehr intensive Beratungen"

Die Beratungen waren Oberndorfer zufolge sehr intensiv. Von der Übernahmekommission, die einzubinden war, habe es vor wenigen Tagen schließlich eine positive Stellungnahme gegeben. "Beide Staaten sind auf Nummer sicher gegangen, dass alles in Ordnung ist", betonte die ÖBIB-Chefin. Schon vor einem Jahr habe es eine Notifikation gegeben, in Verhandlungen zu treten. Intensiviert hätten sich die Gespräche ab dem heurigen Februar. Es folgten mehrere Gesprächsrunden - manche in Wien, manche in Abu Dhabi.

Bei einem Festakt zur Unterzeichnung waren auch Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) als Eigentümervertreter der ÖBIB, OMV-Aufsichtsratspräsident Peter Löscher und OMV-CEO Rainer Seele anwesend.

Beide Kernaktionäre betonen Unterstützung des OMV-Vorstands

"Die heutige feierliche Vertragsunterzeichnung leitet eine neue Phase der vertrauensvollen und langjährigen Partnerschaft zwischen IPIC und ÖBIB ein", wurden Schelling und Al Mazrouei in einer ÖBIB-Aussendung zitiert. "Als Regierungsvertreter der zwei Kernaktionäre möchten wir unterstreichen, dass der OMV-Vorstand unsere volle Unterstützung bei der Implementierung der neuen Strategie und bei der Führung des Unternehmens in einem herausfordernden Umfeld hat. Dies ist ganz im Interesse der beiden Hauptaktionäre", so die beiden Minister, von denen Al Mazrouei auch IPIC-Chef ist.

Die damals noch als Staatsholding ÖIAG firmierende nunmehrige ÖBIB und die International Petroleum Investment Company (IPIC) haben ihr Syndikat vor mittlerweile 22 Jahre besiegelt. Die Tageszeitung "Die Presse" schrieb in ihrer heutigen Ausgabe, dass eine bisher existente Put-Option der IPIC im adaptierten Vertrag nicht mehr vermerkt sei. Eine erstmalige Ausstiegsmöglichkeit soll es dem Zeitungsbericht zufolge im Jahr 2022 geben. Ansonsten gebe es wenig Änderungen. (apa/red)