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ÖBB: Siemens-Züge bitte warten!

"Der Standard": Siemens Österreich könnte den Preis der Siemens-Schnellbahnzüge bei der Konzernmutter nicht untergebracht haben.

Der an sich schon besiegelte Ankauf von 100 Triebwagenzügen von Siemens durch die ÖBB stockt, berichtet der "Standard" (Freitagausgabe). Grund seien Meinungsunterschiede über den endgültigen Kaufpreis des rund 600 Millionen Euro schweren Deals. Eine Neuausschreibung stehe im Raum.

Beide Konzerne wollten am Donnerstag zur jüngsten Entwicklung gegenüber dem "Standard" keine Stellungnahme abgeben. Man befinde sich in laufenden Verhandlungen und kommentiere diese grundsätzlich nicht, sagte ein Sprecher von Siemens Österreich. Man gehe davon aus, dass die kürzlich getroffene Vereinbarung halte, hieß es hingegen bei der ÖBB.

Preisnachlass nicht durchgebracht ...

Über die Gründe für die plötzliche Verstimmung – die Kaufvereinbarung basiert auf einer Rahmenvereinbarung aus Frühjahr 2010 zwischen ÖBB und Siemens – gehen die Meinungen auseinander. In ÖBB-Kreisen wird laut Zeitung kolportiert, Siemens Österreich habe den nach langen, zähen Verhandlungen überraschend gewährten „deutlichen Preisnachlass“ um rund 40 bis 50 Millionen Euro bei der Konzernmutter in München nicht durchgebracht und wolle nun nachverhandeln, um die Vereinbarung irgendwie zu retten.

... oder Sonderleistungen verlangt?

In Siemens-Kreisen stelle man das brüsk in Abrede und kontert: Der Preisnachlass sei mit dem Stammhaus im München selbstverständlich akkordiert. Das Problem sei, dass die ÖBB – Projektleiter ist ÖBB-Personenverkehr-Finanzvorstand Georg Lauber, für den Einkauf ist Holding-Vorstand Franz Seiser zuständig – plötzlich Ergänzungen und Sonderleistungen verlangt habe, die durch die paraphierte Einigung nicht gedeckt seien. Deshalb müsse man verhandeln. „Stimmt nicht“, kontern mit der Materie vertraute Eisenbahner. Die paraphierte Einigung habe lediglich einen Vorbehalt: die Zustimmung der jeweiligen Organbeschlüsse.

Eine Deadline, bis wann der Kaufvertrag unterschrieben werden muss, gäbe es nicht. Mit der Verzögerung aufgrund des seit Monaten anhaltenden Tauziehens reißt der Desiro ML allerdings Verspätung auf. Aktuell ist die Auslieferung der ersten Desiro ML, die nach dem Vorbild des Schnellzugs Railjet teilweise in den ÖBB-Werkstätten in Simmering und Jedlersdorf endgefertigt werden sollen – im Laufe des Jahres 2015 geplant. Fallen Beschluss und Direktvergabe an Siemens am 11. Dezember allerdings ins Wasser, muss die Fahrzeugbeschaffung neu ausgeschrieben werden. Das begrüßen sämtliche Bahnausrüster, sie wittern eine neue Chance, schreibt der "Standard". (APA)

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