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Niki: Gute Chancen für die Rettung trotz engem Zeitplan

Der Insolvenzverwalter der insolventen österreichischen Fluglinie ist optimistisch, dass die Rettung gelingen kann. Firmengründer Niki Lauda fährt unterdessen schwere Geschütze gegen die Lufthansa auf: Der Brancheriese wolle "Niki zerstören".

Der Niki-Insolvenzverwalter ist optimistisch, dass die Rettung der Fluglinie gelingen kann. "Ich schließe aus der großen Nachfrage im Investorenprozess, dass die Chance für eine Rettung von Niki gut ist – trotz des großen Zeitdrucks", sagte Lucas Flöther der "Süddeutschen Zeitung".

Der Zeitplan sei allerdings eng. "Wir haben zunächst eine Sieben-Tages-Frist, die aber von den österreichischen Behörden auch noch bis nach den Feiertagen verlängert werden könnte", so Flöther

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"Mit der Insolvenz haben wir eine ganz neue Situation. Für Bieter wird die Fluggesellschaft interessanter, weil Nachteile wie bestehende Verträge damit kündbar sind", so Flöther. Auch die zweistellige Millionensumme, die die Lufthansa in Niki gesteckt hat, muss nicht zurückgezahlt werden, da sie eine Insolvenzforderung geworden ist."

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Niki war eine Tochter der ebenfalls insolvent gegangenen Air Berlin. Eigentlich sollte sie zusammen mit weiteren Teilen der zweitgrößten deutschen Airline vom deutschen Branchenprimus Lufthansa übernommen werden. Wegen Bedenken der EU-Kommission zur Wettbewerbslage im Luftverkehr wurde das Vorhaben abgesagt.

Niki hat bis zuletzt Gewinne geschrieben

Niki hatte Insolvenz angemeldet und Mitte voriger Woche den Flugbetrieb eingestellt. Die österreichische Linie arbeitete bis zuletzt wirtschaftlich: Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet von einem satten Gewinn, den Niki noch im Vorjahr erwirtschaftet hat - der aber zur Gänze an die Mutter Air Berlin ausgeschüttet wurde. Der Umsatz und das Anlagevermögen brachen jedoch ein.

Demnach schrieb Niki 2016 einen Gewinn von 6,6 Mio. Euro. Das ist eine Verdreifachung gegenüber 2015, als es einen Gewinn in Höhe von 2,2 Mio. Euro gab. "2016 erfolgte die Ausschüttung des kompletten Bilanzgewinns an die Eigentümer", heißt es im Jahresabschluss.

Zudem reduzierte Niki der Bilanz zufolge die Schulden deutlich. Von 2015 auf 2016 sanken die Gesamtverbindlichkeiten von 50,3 auf 14,6 Mio. Euro. Die Bankschulden reduzierten sich auf null, weil die Airline Kredite tilgte, berichtet "profil". Dagegen ist der Umsatz im Vorjahr regelrecht eingebrochen - um 16 Prozent von 455 auf 383 Mio. Euro.

Frist für die Angebote bis Donnerstag

Interessenten müssen bis Donnerstagmittag ein verbindliches Angebot angeben. Diese Frist sei am Montag gesetzt worden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher habe noch niemand ein verbindliches und durchfinanziertes Angebot vorgelegt. Es gebe jedoch mehrere ernsthafte Interessenbekundungen. Konkrete Namen wollte Flöther unter Verweis auf die zugesicherte Vertraulichkeit nicht nennen.

Medienberichten zufolge sind unter den Bietern der Firmengründer Niki Lauda, der Reiseveranstalter Thomas Cook und der Billigflieger Ryanair. Außerdem hat ein Bieterkonsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak ihr Interesse bekundet.

Lauda: "Lufthansa will Niki zerstören"

Inmitten der anhaltenden Investorensuche für die insolvente Airline Niki mit tausenden gestrandeten Passagieren wird der Ton zwischen Gründer Niki Lauda und der Lufthansa schärfer. Lauda warf der Lufthansa vor, die Rückgabe zunächst übernommener Jets zu blockieren, um bei der Neuvergabe von Start- und Landerechten günstig zuschlagen zu können.

Lauda sieht seine Chancen mittlerweile schwinden - und begründet dies mit dem aus seiner Sicht unfairen Verhalten der Lufthansa nach deren Rückzieher. Der Konzern hatte Rechte an Niki-Jets von Leasing-Firmen übernommen, will sie nun aber wegen der Haltung Brüssels nicht mehr.

Der "Bild am Sonntag" sagte Lauda, die Lufthansa weigere sich, die Maschinen herauszugeben. Gibt es keinen neuen Investor, könnten wertvolle "Slots" für Starts und Landungen an Flughäfen neu vergeben werden. "Das ist ein durchschaubares Spiel", meinte Lauda. "Lufthansa will Niki zerstören." Ähnlich äußerte er sich im "Handelsblatt" sowie in den österreichischen Zeitungen "Kurier" und "Der Standard".

Konzern weist Vorwürfe entschieden zurück

Die Lufthansa dementierte eine solche Taktik nachdrücklich. Es sei klar geregelt, dass die EU-Kommission ihr schon während der Prüfphase ausnahmsweise erlaubt habe, Niki-Jets zu erwerben - und zwar im Interesse einer Aufrechterhaltung des Flugbetriebs. Nur so habe "die Überlebensfähigkeit der Niki sichergestellt" werden können.

Falls die Übernahme durch Lufthansa nicht genehmigt würde, sei vereinbart gewesen, dass gekaufte oder geleaste Flugzeuge einem Erwerber "zu Marktkonditionen zur Verfügung gestellt werden müssen. Selbstverständlich wird sich die Lufthansa Gruppe an diese Vorgaben halten. Sie hat dies bereits Air Berlin und Niki mitgeteilt."

Tausende Passagiere sitzen auf Flughäfen fest

Niki hatte Mitte der Woche den Flugbetrieb eingestellt. Zahlreiche Urlauber versuchen seitdem, mit anderen Anbietern rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause oder an ihre Ferienorte zu gelangen.

Andere Airlines hatten angeboten, bis zu 40.000 sitzengebliebene Passagiere mit ihren eigenen Maschinen zurückzuholen - teils gratis, teils mit Rabatten. Viele Kunden haben gute Aussichten auf Erstattung ihrer Tickets.

"Die Inhaber der 200.000 direkt bei Niki erworbenen Tickets erhalten - sofern sie ihre Tickets nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin Mitte August 2017 erworben haben - den Reisepreis voraussichtlich voll erstattet", hieß es aus der Insolvenzverwaltung. Bei Pauschalurlaubern müssen sich Reisekonzerne um Ersatz kümmern.

(red/dpa/reuters/apa)