Tesla-Gründer

Neuralink: Elon Musk will Menschheit "bald" unsterblich machen

Schon in wenigen Monaten will der Tesla-Gründer eine Technologie präsentieren, die Mensch und Computer miteinander verbindet. Mit Neuralink könne man den Inhalt seines Gehirnes "hochladen".

Tesla-Boss Elon Musk: Neuralink wurde 2016 gegründet um Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern möglich zu machen.

Neuralink ist ein amerikanisches Nanotech-Unternehmen, das Elon Musk 2016 gemeinsam mit acht weiteren Tüftlern gegründet hat. Das Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung eines Gerätes, das Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern herstellen kann. Dieses so genannte Brain-Computer-Interface könnte die Menschheit unsterblich machen, argumentierte Elon Musk kürzlich anlässlich seines Auftrittes bei einem YouTube-Podcasts, bei dem er vor laufender Kamera an einem Joint zog und sich einen Schluck Whiskey genehmigte. Schon in wenigen Monaten soll, so Musk eine Technologie präsentiert werden, die Mensch und Computer miteinander verbindet. Die Lösung sei "besser, als es irgendjemand für möglich hält", sagte der Tesla Gründer.

Gegründet wurde das Unternehmen 2016, um im Bereich der Behandlung von schweren Erkrankungen des Gehirns sowie des zentralen Nervensystems zu forschen. Es sei jedoch durchaus auch Ziel, die die technische Erweiterung des menschlichen Körpers („Human Enhancement“) herbeizuführen - um bei den Fortschritten in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz mithalten zu können, und "potenziell gefährliche Verwendungen von künstlicher Intelligenz bekämpfen zu können", hieß es bei der Firmengründung.

Der umtriebige Superstar der US-Tech-Hochburg Silicon Valley, der neben Tesla und Neuralink auch noch die Raketenfirma SpaceX, die Tunnelbohrgesellschaft Boring Company und etliche andere Projekte betreibt, macht mit dieser Ankündigug wieder einmal eine neue Baustelle auf. Im August hielt er die Finanzmärkte wochenlang mit der völlig überraschenden Ankündigung in Atem, er wolle Tesla von der Börse nehmen. Nachdem der waghalsige Plan letztlich genauso unerwartet wieder abgeblasen wurde, drohen Tesla nun Konsequenzen durch die US-Börsenaufsicht und Sammelklagen von Investoren wegen möglicher Marktmanipulation.

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Kürzlich liefert sich der Tesla-Chef auch noch eine merkwürdige Fehde mit einem britischen Taucher, der im Juli bei der dramatischen Rettung eines thailändischen Fußball-Teams mitgeholfen hatte, das tagelang in einer überschwemmten Höhle eingeschlossen war. Musk hatte den Mann auf Twitter als Pädophilen beschimpft, nachdem dieser sein Angebot, die Mannschaft mit einem Mini-U-Boot zu befreien, mit schroffen Worten als PR-Gag abbügelte. Nun bereiten die Anwälte des Briten eine Verleumdungsklage vor.

Vergangenen Freitag wurde zudem bekannt, dass der erst kürzlich zu Tesla gestossene Chefbuchhalter Dave Morton das Handtuch wirft. Er verlässt das Unternehmen nach nur einem Monat und hatte eine wichtige Personallücke schließen sollen, nachdem sein Vorgänger Eric Branderiz hatte Tesla am 7. März "aus persönlichen Gründen" verlassen hatte.

Die Finanzwelt ist zunehmend fassungslos angesichts von Musks Eskapaden, die Rufe nach einer Begrenzung seiner Kompetenzen bei Tesla werden lauter. Musk ist Vorstands- und Verwaltungsratschef in Personalunion - ein kontrollierendes Aufsichtsgremium im eigentlichen Sinne gibt es nicht wirklich. Viele Experten halten das mittlerweile für untragbar. "Es wird immer klarer, dass Tesla einen großen Wechsel in der Chefetage braucht", schrieb James Albertine vom Analysehaus Consumer Edge am Freitag an Kunden. Musk scheine eine "leicht selbstzerstörerische Neigung" zu haben, sagte Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies im Finanzsender Bloomberg. (APA/red)

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