Aluminiumindustrie

"Das finanzieren wir mit dem Cashflow von zwei Jahren"

Mit "AMAG 2014" fährt der Aluminiumkonzern derzeit ein Investitionsprogramm über 220 Millionen Euro. Doch CEO Gerhard Falch plant mehr: Bis zu 640 Millionen Euro könnte die AMAG in den kommenden Jahren für ein neues Walzwerk, eine neue Plattenfertigung und den weiteren Ausbau von Aluminiumschmelze Alouette in Kanada die Hand nehmen. Kapitalmaßnahmen sind dabei nicht ausgeschlossen.

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In das Projekt "AMAG 2014" werden heuer noch 100 Millionen und 2014 weitere 80 Millionen Euro fließen. 2012 waren es 34,4 Millionen Euro. 2015 werden es nur mehr 6 Millionen Euro sein. Daneben sind für 2013 und 2014 jeweils 45 Millionen Euro an laufenden Investitionen geplant. Das könne man aus eigener Kraft locker heben: "Das finanzieren wir mit dem Cashflow von zwei Jahren, und auch Dividende zahlen wir noch eine ordentliche", so Falch.

Investitionen in Kanada

Doch auch bei der Elektrolyse in Kanada (Alouette), an der die AMAG zu 20 Prozent beteiligt ist, stehen Investitionen in Höhe von insgesamt rund 1 Milliarde Euro an. Die Kapazitäten werden dort um 50 Prozent erhöht. "Das würde für uns 200 bis 220 Millionen Euro anteilig kosten", so Falch.

Des Weiteren wird für Ranshofen bereits an der längerfristigen Standortstrategie gebastelt - der Prozess startete zu Jahresbeginn, das Ergebnis soll dem Aufsichtsrat zum Jahresausklang präsentiert werden. 2012 war das Werk den Angaben zufolge zu 100 Prozent ausgelastet.

Vergrößerung der Wertschöpfungstiefe

Angeblich wird auch über ein Kaltwalzwerk nachgedacht. Jedenfalls soll noch heuer festgelegt werden, "wo und in welcher Form wir dazubauen, um die Wertschöpfungstiefe zu vergrößern und das Portfolio zu erweitern", so Falch. "Das könnte auch noch einmal 150 bis 200 Millionen Euro kosten".

Die AMAG ging 2011 an die Börse und erlöste dabei 665 Millionen Euro - 35 Millionen Aktien zu je 19 Euro wurden auf dem Markt platziert. Seit Mitte des vergangenen Jahres entwickelt sich die Aktie steil nach oben - allein 2012 legte das Papier um 47 Prozent zu. Diese Woche Montag legte der Kernaktionär B&C Holding ein Pflichtangebot für die AMAG - geboten sind 23,40 Euro plus Dividende für das Geschäftsjahr 2012 (60 Cent). Die EU-Kommission hatte die Übernahme am 8. März ohne Auflagen genehmigt. (APA/red)