Rohstoffe

Neue Erdgasfelder vor Zypern: Türkische Schiffe blockieren weiter

Der italienische Energieriese Eni will ein riesiges Gasfeld im Süden des EU-Mitglieds Zypern erforschen - doch Ankara hat dort Kriegsschiffe positioniert, die jeden Zugang blockieren. Nun hat die Türkei die Dauer dieses Manövers verlängert.

Keine Entspannung im Streit zwischen Zypern und der Türkei um geplante Erdgasforschungen im Südosten der Mittelmeerinsel: Ankara hat die Dauer umfangreicher türkischer Marinemanöver in der Region um weitere 16 Tage verlängert. Die teilte die Türkei in einer Nachricht an Seefahrer mit. Die Manöver sollten ursprünglich am 22. Februar enden. Sie sollen nun bis 10. März andauern.

Kriegsschiffe blockieren italienisches Forschungsschiff seit zehn Tagen

Nach Angaben der Regierung in Nikosia hindern die türkischen Kriegsschiffe ein vom italienischen Energieunternehmen ENI gechartertes Bohrschiff seit mehr als zehn Tagen daran, ein Erkundungsgebiet südöstlich der Hafenstadt Larnaka zu erreichen.

Mit der Erweiterung der Manöver dürfte nach die geplante Forschung aus Zeitgründen nicht mehr durchführbar sein. Das Bohrschiff "Saipem 12000" hat nach Informationen zypriotischer Medien im März einen anderen Forschungsauftrag in Marokko und muss demnach bald abziehen.

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Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprer würden deren Rechte missachtet.

Türkei hält den Norden Zyperns seit 1974 militärisch besetzt

Die kleine Inselrepublik ist nach einem griechischen Putsch und dem Einmarsch des türkischen Militärs seit 1974 geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern.

Die gesamte Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das bedeutet konkret, dass die türkischen Bewohner vom Nordteil der Insel sich im Südteil frei bewegen können und auch - übrigens kostenlosen - Zutritt zu den griechischen Krankenhäusern im Süden Zyperns haben. Die Regierung in Nikosia kontrolliert aber nur den Südteil der Insel.

Kein Staat der internationalen Völkergemeinschaft hat die die sogenannte türkische Republik Zypern anerkannt. Während dessen weigert sich auch die Türkei bis heute, das EU-Land Zypern anzuerkennen. Ebenso sind zahlreiche Gespräche zur Überwindung der Teilung bisher an einer strikten Blockadehaltung Ankaras gescheitert. (red/dpa/apa)

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