Stromwirtschaft

Netzbetreiber bauen erste "Strombrücke" zwischen Belgien und Deutschland

Die Stromnetzbetreiber Amprion und Elia haben mit dem Bau der ersten deutsch-belgischen Strombrücke begonnen. Die Rede ist von einem "Meilenstein" grenzüberschreitender Stromversorgung - wenige Wochen nach der Auftrennung der deutsch-österreichischen Stromhandelszone.

Der deutsche Stromnetzbetreiber Amprion und der belgische Netzbetreiber Elia haben in Aachen mit dem Bau der ersten deutsch-belgischen Strombrücke begonnen. Die Verbindung zwischen dem deutschen und belgischen Netz fördere die Versorgungssicherheit und trage zur Stabilisierung des Netzbetriebs in der Region bei, teilte Amprion beim ersten Spatenstich mit.

Belgien habe Bedarf an Strom aus Deutschland, sagte eine Unternehmens-Sprecherin. Mit dem 90 Kilometer langen Gleichstrom-Kabel würden dringend erforderliche Netzkapazitäten für grenzüberschreitende Stromflüsse bereitgestellt. Die Strombrücke von einer großen Umspannanlage in Niederzier am Braunkohletagebau Hambach und Lixhe in der belgischen Provinz Lüttich koste 450 Mio. Euro und soll 2020 in Betrieb gehen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nannte die Strombrücke einen Meilenstein für die grenzüberschreitende Stromversorgung. Belgien und Nordrhein-Westfalen machten einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Vollendung des europäischen Energiebinnenmarktes und für die Versorgungssicherheit beider Regionen.

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Auf Forderungen Nordrhein-Westfalens, die alten belgischen Kernkraftwerke Doel und Tihange abzuschalten, argumentiert Belgien mit der Bezahlbarkeit von Strom und der Versorgungssicherheit. Deshalb brauche Belgien noch für eine begrenzte Zeit Kernenergie. (dpa/apa/red)

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