Bahn

Nachtzüge der ÖBB erweisen sich als Erfolgsmodell

Anders als die Deutsche Bahn bauen die ÖBB ihre Flotte an Nachtzügen weiter aus. Der Bahnbetreiber verstärkt auch die Kooperation mit der Schweiz. Bald sollen neue Nachtzüge aus der Schweiz nach Amsterdam, Rom und Barcelona fahren.

Als Erfolgsmodell erweisen sich auch während der Coronakrise die Nachtzüge. Hier sind die ÖBB Marktführer und betreiben mit 19 Nightjet Linien und acht weiteren Verbindungen mit Partnern das größte Nachtzugnetz Europas. Die bestehende Kooperation mit der Schweizer Bahn SBB wird nun - mit finanzieller Unterstützung aus dem Schweizer Klimafonds - ausgebaut.

Geplant sind neue Nachtzüge aus der Schweiz nach Amsterdam, Rom und Barcelona, weiters werden die Kapazitäten aus der Schweiz nach Berlin, Hamburg und Prag ausgebaut sowie eine neue Verbindung nach Leipzig und Dresden geschaffen. Im Planungsstadium ist eine neue Linie von Zürich über Bern - Brig - Domodossola nach Rom, weiters eine tägliche Verbindung von Zürich über Bern - Lausanne - Genf nach Barcelona. Mehr dazu: ÖBB bauen Infrastruktur für Nachtzüge aus >>

Neue Verbindungen auch von und nach Österreich

Aber auch aus Österreich sollen die Nachtzüge verstärkt werden. Für eine Verbindung über München und Straßburg nach Paris laufen die Gespräche mit den französischen Partnern. Man arbeite noch daran, eine vernünftige Ankunftszeit in Paris zu erreichen, erläutert ÖBB-Chef Andreas Matthä im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die Nachtzüge würden zunehmend zur Konkurrenz zum Flugzeug. Im Nachtzug werde um 199 Euro ein eigenes Abteil im Liegewagen mit bis zu drei Erwachsenen bzw. insgesamt sechs Personen angeboten.

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Nachtzüge von Siemens für ÖBB in Produktion - neue Großbestellung geplant >>

Die Nachtzugflotte der Bundesbahnen wird aufgestockt: 13 neue Züge um 200 Mio. Euro wurden bei Siemens in Auftrag gegeben. Dabei werden die Waggons in Wien gebaut, die Drehgestelle in Graz. Bei den großen Investitionen - Semmering-, Koralm- und Brenner-Tunnel - wurde trotz Corona nichts verschoben, bei kleineren Projekten kam es durch teilweisen Ausfall der Baufirmen zu kleineren Verzögerungen. Auch die Tests mit Innovationen laufen: Der jüngst vorgestellte Wasserstoffzug und der Batteriezug City-Jet Eco sollen dazu beitragen, dass ab 2030 kein Diesel mehr eingesetzt wird. Daher kommen sie auf den nicht-elektrifizierten Strecken zum Einsatz. (apa/red)

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