Internationale Konflikte

Nach neuen Anschlägen: Angriffe der USA auf den Iran in letzter Sekunde abgesagt

Nach sechs Angriffen binnen sechs Tagen auf amerikanische Anlagen im Irak hat US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge schon Militärschläge gegen den Iran genehmigt - diese dann aber in letzter Sekunde abgesagt.

US-Präsident Donald Trump hat der "New York Times" zufolge als Vergeltung für den Abschuss einer US-Drohne Militärschläge gegen den Iran genehmigt, diese dann aber kurzfristig doch nicht vollziehen lassen.

Militärflieger waren bereits in der Luft

Militärflugzeuge seien bereits in der Luft gewesen und Schiffe in Position, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Regierungsvertreter. Die von Trump gebilligten Militärschläge hätten einer Handvoll iranischer Ziele gegolten, etwa Radar- und Raketenstellungen.

Weshalb es zu dem Abbruch kam, sei zunächst nicht bekannt. Unklar sei außerdem, ob die Aktion lediglich verschoben wurde. Fest steht, dass weltweit die Angst vor einem neuen Krieg am Golf wächst. In dieser Phase haben jetzt sowohl die USA als auch der Iran nochmals versichert, sie wollten keinen Krieg.

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Sechs Angriffe binnen sechs Tagen auf Anlagen mit US-Bezug im Irak

Im Irak sind in den vergangenen Tagen mehrere Ölanlagen und Armeestützpunkte, auf denen US-Bürger stationiert sind, mit Raketen angegriffen worden. Sechs Einrichtungen seien seit Freitag attackiert worden, teilten die irakische Regierung und die Armee mit. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. Beobachter vermuten, dass proiranische Gruppen dahinterstecken könnten.

Die Angriffe hatten Ende vergangene Woche begonnen. Granaten und Raketen schlugen seitdem auf den Militärstützpunkten Al-Balad und Taji, dem Militärflughafen in Bagdad sowie in einer Kommandozentrale der Provinz Ninive in der nordirakischen Großstadt Mosul ein - überall dort hat die US-Armee Soldaten und Ausrüstung stationiert.

Irak verurteilt die Anschläge

Der irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi verurteilte diese Woche die Angriffe. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich dies fortsetzt", sagt er. Doch nur Stunden später schlugen mehrere Raketen auf zwei Ölfeldern nahe der Stadt Basra ein, auf denen auch die US-Konzerne Exxon Mobil und Baker Hughes aktiv sind. Dabei wurden nach Angaben des irakischen Militärs drei einheimische Arbeiter verletzt.

Die in der Region Basra aktiven US-Unternehmen entschieden daraufhin, ihre ausländischen Führungskräfte umgehend auszufliegen, wie aus informierten Kreisen verlautete. Demnach sollten sie am Mittwoch und Donnerstag die Heimreise antreten.

Wer für die Angriffe verantwortlich war, blieb zunächst ungeklärt. Die Raketen sollen jedoch aus mehrheitlich schiitischen Gebieten abgeschossen worden seien, in denen proiranische Milizen aktiv sind.

Washington zieht diplomatisches Personal aus dem Irak ab

Die US-Regierung hatte im Mai unter Verweis auf eine akute Bedrohung durch den Iran und proiranische Milizen den Großteil ihrer Diplomaten aus Bagdad und Erbil abgezogen. Die irakische Regierung fürchtet, im Konflikt zwischen dem Iran und den USA zwischen die Fronten zu geraten. Im Irak sind zahlreiche US-Soldaten für den Kampf gegen die Dschihadisten stationiert, doch ist ihre Präsenz umstritten. Proiranische Gruppen dringen seit langem auf ihren Abzug.

Der Irak-Experte Fanar Haddad von der Universität Singapur vermutet, dass die Angriffe auf US-Interessen im Irak im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Washington und Teheran steht. Der Iran wolle unter Beweis stellen, welche Möglichkeiten der Einflussnahme er im Irak habe, sagte Haddad.

(red mit AFP, dpa, APA)

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