Autoindustrie

Nach Milliardenverlust: Wieder eine Gewinnwarnung bei Daimler

Der deutsche Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust im operativen Geschäft verbucht und setzt jetzt binnen weniger Wochen wieder eine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr ab.

Der deutsche Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust im operativen Geschäft verbucht und schraubt seine Prognose für das gesamte Jahr nochmals deutlich zurück. Als Gründe für die erneute Senkung nannte der Konzern unter anderem höhere Rückstellungen für die Dieselaffäre und den erweiterten Rückruf von Takata-Airbags.

Daimler hatte erst vor gut drei Wochen bekanntgegeben, dass das operative Ergebnis 2019 nicht wie ursprünglich geplant über dem von 2018, sondern etwa auf demselben Niveau liegen soll. Nun hieß es, es werde "deutlich unter dem Vorjahreswert" liegen. Im Jahr 2018 hatte Daimler einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 11,1 Mrd. Euro erzielt, das Konzernergebnis lag bei 7,6 Mrd. Euro.

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Für das zweite Quartal wurde ein operatives Ergebnis von minus 1,6 Mrd. Euro verbucht - mehr als 4 Mrd. Euro weniger als im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern liege damit "signifikant unter den Markterwartungen", hieß es. Besonders betroffen war der Geschäftsbereich der Mercedes-Benz Vans. Er fuhr allein ein Minus von 2 Mrd. Euro ein, was an anderer Stelle ausgeglichen wurde.

Mercedes-Benz verkauft weniger

Von der Stammmarke Mercedes-Benz setzte der Dax-Konzern im Juni weltweit 196.230 Fahrzeuge und damit 3,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat ab, wie Daimler am Freitag in Stuttgart mitteilte. Seit Jahresbeginn hat Mercedes nun knapp 1,2 Millionen Autos ausgeliefert. Das sind 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Verkäufe in China stagnieren

Im wichtigsten Einzelmarkt China stagnierten die Auslieferungen im Juni nahezu. In Europa und Deutschland stand ein deutliches Minus zu Buche, das in der Bundesrepublik mit 6,2 Prozent besonders stark ausfiel. Steil bergab ging es bei der Kleinwagenserie Smart, deren Verkäufe um fast ein Viertel einbrachen.

Bei Daimler lasten Angaben des Unternehmens zufolge noch Modellwechsel auf den Verkaufszahlen, vor allem im besonders volumenstarken Geschäft mit Stadtgeländewagen (SUV). Für das dritte Quartal geht der Konzern aber von Absatzimpulsen durch die neuen SUV aus, wie Pkw-Vertriebschefin Britta Seeger sagte.

Audi und BMW profitieren vob Absatz in China

Erzrivale BMW hatte seine Zahlen ebenfalls diese Woche vorgelegt und im Gegensatz zu Daimler vor allem dank eines starken Absatzes in China im Juni mehr Fahrzeuge seiner Stammmarke verkauft. Die VW-Tochter Audi profitierte ebenfalls besonders von guten Verkaufszahlen in China. (dpa/afp/apa/red)

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