Erdöl

Nach Drohungen des Iran: Straße von Hormuz bleibt sehr unsicher

Irans Präsident hat dem Westen und vor allem den USA gedroht: Ein Krieg gegen den Iran wäre "die Mutter aller Kriege". Damit bleibt der Transport von Erdöl durch die Straße von Hormuz weiter sehr unsicher.

Eine militärische Auseinandersetzung mit dem Iran wäre nach den Worten von Präsident Hassan Rouhani die "Mutter aller Kriege". In einer landesweit im staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Rede sagte Rouhani: "Frieden mit dem Iran ist die Mutter aller Frieden, Krieg mit dem Iran ist die Mutter aller Kriege."

Zugleich warnte Rouhani mit Blick auf die Spannungen in der Straße von Hormuz, dass die Schifffahrt in der vor allem für Öl strategisch wichtigen Wasserstraße nicht sicher sei. Bedingung für Gespräche mit den USA sei, dass alle Sanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben werden müssten. Der Iran müsse zudem ungehindert sein Öl exportieren dürfen. "Eine Straße für eine Straße", sagte Rouhani. "Es kann nicht sein, dass die Straße von Hormuz für Euch frei ist und die Straße von Gibraltar für uns nicht."

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Nach Angriffen auf Öl-Tanker in der Straße von Hormuz, die den Persischen Golf und den Golf von Oman verbindet, haben die USA Verbündete zu einem gemeinsamen Einsatz aufgerufen. Die Regierung in Washington macht den Iran für die Angriffe verantwortlich, der die Vorwürfe zurückweist. Zugleich setzte die iranische Regierung die unter britischer Flagge fahrende "Stena Impero" nahe der Straße von Hormuz fest. Der Iran sieht dies als Vergeltung für die Festsetzung des iranischen Tankers "Grace 1" durch die britische Marine vor Gibraltar. Mit dem iranischen Schiff sollte nach britischer Darstellung ein Embargo gegen Syrien gebrochen werden.

Deutschland bleibt nur sehr bedingt abwehrbereit

Angesichts der Diskussion über einen Marineeinsatz im Persischen Golf warnte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags vor einer Überforderung der deutschen Streitkräfte. "Kleiner als jetzt war die Marine noch nie", sagte Hans-Peter Bartels (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Die deutsche Marine "hatte und sollte immer 15 Fregatten haben", sagte er. "Wir sind im Moment weit davon entfernt." (APA/Reuters/AFP/red)