Hintergrund

Mutmaßliche Fluchthelfer von Carlos Ghosn in den USA verhaftet

In den USA sind zwei Männer festgenommen worden, die dem früheren Autoboss Carlos Ghosn zur Flucht aus Japan verholfen haben sollen. Dem früheren Konzernchef von Renault und Nissan gelang Ende Dezember des Vorjahres unter abenteuerlichen Umständen die Flucht aus Japan in den Libanon.

In den USA sind zwei Männer festgenommen worden, die dem früheren Autoboss Carlos Ghosn zur Flucht aus Japan verholfen haben sollen. Das geht aus Dokumenten eines Gerichts im Bundesstaat Massachusetts hervor. Dem 27-Jährigen und dem 59-Jährigen wird in Japan vorgeworfen, Ghosn geholfen zu haben, das Land zu verlassen.

International umstrittenes Vorgehen der japanischen Justiz

Bei den Verdächtigen handelt es sich um Vater und Sohn. Gegen die beiden wurde Anfang des Jahres in Japan ein Haftbefehl ausgestellt. Sie sollen diese Woche in Boston per Videokonferenz einem Richter vorgeführt werden, wie die Sprecherin des Justizministeriums, Nicole Navas, auf Anfrage mitteilte. Neben den beiden Festgenommenen gibt es in dem spektakulären Fall einen weiteren mutmaßlichen Fluchthelfer.

Ghosn gelang Ende Dezember 2019 die Flucht

Der ehemalige Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi Ghosn war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 wurde er unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ghosn floh dann Ende Dezember unter abenteuerlichen Umständen in einem Privatjet nach Beirut. Er soll in einer Kiste versteckt gewesen sein, die am Flughafen als Gepäck für Musikinstrumente deklariert und nicht durchleuchtet wurde. (dpa/apa/red)

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