Luftfahrtindustrie

MTU erwartet auch heuer Gewinne - trotz Problemen mit Airbus

Trotz Problemen mit Triebwerken für den Airbus A320neo erwartet der deutsche Triebwerkebauer MTU Aero heuer weitere Zuwächse. Für das vergangene Jahr legt der Hersteller ein Umsatzplus von sechs Prozent und einen um ein Viertel gestiegenen Nettogewinn vor.

Der deutsche Triebwerksbauer MTU Aero Engines hat seine Gewinnerwartungen für 2017 übertroffen und rechnet für das laufende Jahr trotz der Probleme mit Triebwerken für den Airbus A320neo mit weiteren Zuwächsen. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 24 Prozent auf den Rekordwert von 429 Millionen Euro, wie MTU mitteilte.

Probleme bei der Belieferung des A320neo

MTU steuert 18 Prozent des Triebwerks von Pratt & Whitney bei, mit dem der A320 neo ausgerüstet wird. Dabei waren Anfang des Monats erneut Probleme aufgetaucht, die die Auslieferung zahlreicher Flugzeuge verzögern. MTU gehe davon aus, dass die Probleme kurzfristig behoben werden könnten und die Auslieferungsziele nicht gefährdeten, erklärte das Unternehmen.

Weiteres Wachstum als Ziel

Im Hinblick auf das Jahr 2018 hat Vorstandschef Reiner Winkler die Prognose bekräftigt, die ein moderates Ergebnisplus vorsieht. Die Dividende für das abgelaufene Jahr schraubt MTU auf 2,30 (1,90) Euro je Aktie nach oben.

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Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 5,04 Milliarden Euro. 2018 dezimieren veränderte Bilanzierungsvorschriften (IFRS 15) die Umsätze in der Branche deutlich. Bestimmte Kosten werden künftig vorab vom Umsatz abgezogen.

Nach diesen neuen Regeln hätte MTU Aero 2017 nur 3,65 Milliarden Euro umgesetzt. Die Auswirkungen auf das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) halten sich in Grenzen: Statt 606 Millionen Euro hätte MTU 570 Millionen erreicht.

Ein konkretes Umsatzziel für 2018 gab MTU nicht an. Das zivile Seriengeschäft soll aber - in Dollar gerechnet - um 30 Prozent zulegen. "Getrieben ist der Anstieg von den Getriebefan-Programmen, deren Wachstum dieses Jahr seinen Höhepunkt erreichen dürfte", erklärte Winkler. (reuters/apa/red)