Ölpreisverfall

Moskau sucht dringend neue Geldquellen - Rosneft auf dem Prüfstand

Russland stellt sich darauf ein, dass der Ölpreis länger niedrig bleibt - für das Land hat das harte Folgen. Regierungschef Medwedew kündigt jetzt dringende Maßnahmen an. Dabei könnten offenbar auch Teile des Ölriesen Rosneft könnten verkauft werden.

Der heftige Ölpreis-Einbruch zwingt die Rohstoffmacht Russland zu einer raschen Anpassung des Staatshaushalts. Regierungschef Dmitri Medwedew kündigte in Moskau dringende Maßnahmen an, um die Einnahmen zu erhöhen. Das Finanzministerium hatte zuvor eine Teilprivatisierung des Energiekonzerns Rosneft ins Spiel gebracht.

Der Handel mit Öl und Gas beeinflusst Experten zufolge rund 50 Prozent des russischen Staatshaushalts. Entsprechend dramatisch sind die Auswirkungen des Ölpreises auf die Wirtschaft des Landes - und damit auch indirekt auf die Exporteure in Österreich. Der Preis der Nordseemarke Brent war am Montag zwischenzeitlich auf 27,70 US-Dollar (25,4 Euro) je Barrel (159 Liter) gefallen - den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Russlands aktueller Haushaltsentwurf basiert auf einem mittleren Preis von 50 Dollar.

Die Energiebranche erwartet eine weitere Talfahrt der Preise, sobald der Iran beginnt, sein Öl auf den Weltmarkt zu pumpen. "Wir müssen verstehen, dass der niedrige Ölpreis einen langfristigen Charakter hat", betonte Energieminister Alexander Nowak in der Zeitung "RBK".

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Seit Beginn des drastischen Ölpreisverfalls hat auch die russische Landeswährung Rubel massiv abgewertet. Erstmals seit rund einem Jahr brach der Wechselkurs diese Woche auf mehr als 79 Rubel je Dollar ein. (dpa/apa/red)