Digitalisierung

Microsoft-Chef drängt auf strengere Grenzen bei digitaler Gesichtserkennung

Brad Smith warnt vor massiver Überwachung von Menschen durch Algorithmen und Behörden. Bei der digitalen Gesichtserkennung müssten strenge Regeln gelten, so der eindringliche Appell des Konzernchefs. Die Industrie müsse sich der "globalen Herausforderung" stellen.

Der Chef des US-Softwaregiganten Microsoft, Brad Smith, hat in einem eindringlichen Appell neue Gesetze zur Regulierung der automatischen Gesichtserkennung gefordert.

Bis dahin werde Microsoft für sich selbst Standards ausarbeiten und umsetzen, kündigte Smith in einer Rede bei der Brookings Institution und in einem Blog-Beitrag an. Er rief die Microsoft-Konkurrenten auf, dem Beispiel zu folgen.

Algorithmen dürfen nicht einfach automatisch wichtige Entscheidungen treffen

Die neuen Gesetze sollten bereits im kommenden Jahr verabschiedet werden, forderte Smith. Konkret sprach er sich für mehr Transparenz, strenge Kontrollen der Gesichtserkennungsprogramme durch Menschen und Schutz der Privatsphäre aus.

Wenn Algorithmen bei den Programmen wichtige Entscheidungen treffen, müsse Diskriminierung vorgebeugt und Meinungsfreiheit garantiert werden. Automatische Gesichtserkennung dürfe nur nach Anordnung durch ein Gericht eingesetzt werden.

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Industrie müsse sich der "globalen Herausforderung" stellen

Es handle sich dabei um eine "globale Herausforderung", der sich die Industrie direkt stellen müsse, sagte Smith. Ziel müsse es sein, einen Überwachungsstaat wie in George Orwells Roman "1984" zu verhindern.

Smith begründete seine Forderung auch unter Verweis auf zentrale Prinzipien der Demokratie. Ein Prinzip sei immer gewesen, dass Regierungen nicht über dem Gesetz stehen. "Heute müssen wir dafür sicherstellen, dass die Verwendung automatischer Gesichtserkennungsprogramme durch Regierungen der Herrschaft des Gesetzes untergeordnet bleibt." (afp/apa/red)

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