Personalia

Michael Strugl wechselt aus der oberösterreichischen Landesregierung zum Verbund

Der ÖVP-Politiker wechselt von der oberösterreichischen Landesregierung in den Vorstand des größten heimischen Energieversorgers. Es ist ein Wechsel "mit Anlauf".

Nach gut fünf Jahren in der Landesregierung verlässt Michael Strugl (ÖVP) die Politik und wird Verbund-Vorstand. Der 55-Jährige, der jahrelang Parteistratege der oö. ÖVP war und zwischenzeitlich sogar als Anwärter auf das Amt des Landeshauptmanns gesehen wurde, gilt als einer der Architekten von Schwarz-Blau im Land.

Strugls Wechsel in die Energiewirtschaft kam nicht überraschend, sondern mit Anlauf: Zuletzt hatte er 2016 einen Abgang an die Spitze des Landesversorgers Energie AG in den Raum gestellt und war nur durch Zugeständnisse des damaligen Landeshauptmanns Josef Pühringer gehalten worden. Hintergrund des angedrohten Abgangs waren Kompetenzstreitigkeiten mit Pühringers "Kronprinz", dem heutigen LH Thomas Stelzer.

Auch wenn er immer wieder öffentlich mit dem Wechsel in die Wirtschaft geliebäugelt hatte - Strugl kann auf eine lange Parteikarriere zurückblicken: Er kletterte die ÖVP-Karriereleiter vom Pressereferenten über den Landesgeschäftsführer, Landtags-Klubobmann bis zum Landesrat und schließlich Landeshauptmann-Stellvertreter hinauf. Der 55-Jährige, der als guter Stratege gilt, zeichnete auch für Wahlkämpfe - 1999 sogar bei der Nationalratswahl - verantwortlich.

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Politisch sah er sich als "Standort"-Verantwortlicher, zu seinen Lieblingsthemen zählen E-Mobilität, autonomes Fahren - so wird Oberösterreich vom Bund geförderte Testregion dafür - oder künstliche Intelligenz. Ebenfalls oben auf seiner Agenda: der Ausbau des Glasfasernetzes, den sich das Land 100 Millionen Euro binnen fünf Jahren kosten lässt. Im Tourismus zeichnete er für eine Restrukturierung der Verbandslandschaft verantwortlich, die Anzahl der Verbände wurde auf etwa ein Fünftel eingedampft. Im Energiebereich wandte er sich vom strikten Energiewendekurs ab. Oberösterreich setzt nun beim Anteil erneuerbarer Träger nur mehr auf relative statt wie bisher auf absolute Ziele. Um die ebenfalls in seine Zuständigkeit fallenden Sportagenden kümmerte er sich sichtbar mit Freude. In seine Amtszeit fällt unter anderem die Eröffnung des runderneuerten Olympiazentrums auf der Linzer Gugl. (apa/red)

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