Miba

Miba-Vorstandschef Mitterbauer: Mit Algorithmen und einer Investitionsspritze zur Umsatzmilliarde

2015 zog sich der Automobilzulieferer Miba von der Börse zurück. Ein Schritt, den die Laakirchener bis heute nicht bereuen.

Automobilzulieferer Miba Digitalisierung Franz Peter Mitterbauer

752 Millionen Euro Jahresumsatz im Geschäftsjahr 2016/17, ein Rekordpersonalstand von 5800 Mitarbeitern: Zu einer melancholischen Rückschau auf vergangene Jahre, als es bei Miba noch darum ging, mehr Börsewert auf die Waage zu bringen, waren Vorstandsvorsitzender F. Peter Mitterbauer und CFO Markus Hofer  bei der Präsentation der Geschäftszahlen des Laakirchener Automobilzulieferers in Wien nicht aufgelegt: "Hier heute als Finanzvorstand zu sitzen, sei "durchaus angenehm", sagte Hofer. Dafür sorge ein Blick in die Tiefenstruktur des Unternehmens.

Auf dem Brot- und Buttermarkt, nämlich Europa, auf dem 68 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet wird, läuft es gut - auch infolge der positiven Entwicklung am Markt für Schwer-Lkw. In Asien legten die Oberösterreicher dank guter Auftragslage in China deutlich zu. Im Geschäftsfeld Sintern - traditionell die Automotive-Cashcow - wuchs das Unternehmen zweistellig (+13 Prozent). 2020 soll die Umsatzmilliarde geknackt werden.

Weichenstellung

Dafür erfolgen mehrere Weichenstellungen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte die Gruppe mehr als 67 Millionen Euro in Sachanlagen, die Forschungsquote stieg auf 4,7 Prozent. Bis 2020 will Mitterbauer eine halbe Milliarde Euro in die Zukunft des Zulieferbetriebs investiert haben - "eine schöne Stange Geld", sagt er.

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Eine Blankovollmacht für Markterfolg ist dies für das 1927 als Schlossereibetrieb gegründete Unternehmen freilich nicht: Mit der Digitalisierung ordnen sich die Kraftlinien in  der Industrie neu, auch die Laakirchener gehen mit Eroberungsentschlossenheit an neue Geschäftsmodelle heran. Neue Dienstleistungsmodelle etwa durch sensorisierte Lager sind ein mittelfristiges Projekt, im Reibbelagsbereich würden heute schon digitale Lösungen für und mit Kunden erarbeitet. Die "punktgenaue Entwicklung dank Algorithmen" will Mitterbauer im Unternehmen forcieren.

Finanziell unabhängig

Die finanzielle Unabhängigkeit will Mitterbauer in seinem Unternehmen - Eigenkapitalquote: 58, 2 Prozent - dabei bewahren. Chinesen, die in Europa weiter auf Einkaufstour sind, hätten laut Mitterbauer noch nicht bei ihm angeklopft. Er würde ihnen ohendies nur eines mitteilen: "Miba steht nicht zum Verkauf." (dp)

Peter Mitterbauer ist auch als Keynote-Speaker am heurigen Industriekongress zu sehen.