Hintergrund

Mexiko: Ein wichtiger Standort - auch für Voestalpine, VW, Melecs und SAG und BMW

Im südlichen Nachbarland der USA sind große Hersteller aus aller Welt mit Werken vertreten, etwa auch Melecs und die Salzburger Aluminiumgruppe. Allein die oberösterreichische Voestalpine ist an neun Fertigungsstätten aktiv. Drei davon sind Standorte der Automotive-Industrie.

US-Präsident Donald Trump hat Mexiko im Streit über illegale Einwanderung mit stufenweise steigenden Importzöllen gedroht. Von Juni bis Oktober könnten diese in Fünf-Prozent-Schritten auf bis zu 25 Prozent steigen. Das Land ist wegen des niedrigen Lohnniveaus ein beliebter Produktionsstandort für internationale Autobauer und Kfz-Zulieferer - darunter auch die Linzer Voestalpine - die dort für den benachbarten US-Markt fertigen.

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Autos und Autoteile machen den Löwenanteil der Exportgüter Mexikos in die Vereinigten Staaten aus. Im vergangenen Jahr summierten sie sich auf 93,3 Mrd. Dollar (83,8 Mrd. Euro). Der oberösterreichische Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine ist dort beispielsweise mit 14 Standorten - davon neun Fertigungsstätten - vertreten und erzielte zuletzt mit rund 570 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 379 Mio. Euro. Ein Drittel der Produktionsstandorte entfalle auf den Bereich Automotive, teilte eine Sprecherin auf APA-Anfrage mit.

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Autoindustrie stark vertreten

Unter dem Strich am stärksten betroffen von einer Verteuerung der Produkte durch Zölle wären US-Autokonzerne. So war General Motors (GM) mit 14 Fabriken und einem Ausstoß von knapp 835.000 Wagen im vergangenen Jahr der größte Fahrzeugproduzent in Mexiko. Nach Einschätzung des Investmentberaters Evercore ISI bestreitet GM 18 Prozent seines Absatzes im Heimatmarkt USA mit Autoimporten aus Mexiko. Ford will den Anteil von zuletzt 17 Prozent bis zum kommenden Jahr auf 20 Prozent steigern. Auch alle großen Hersteller aus Japan und Korea fertigen in Mexiko. So ist Nissan mit etwa 762.000 Fahrzeugen nach GM der zweitgrößte Hersteller vor dem italienisch-amerikanischen Konzern Fiat Chrysler. Die Japaner setzen nach Expertenschätzung ein Viertel ihrer dortigen Produktion in den USA ab.

Die größten Sorgen muss sich Volkswagen machen

Von den deutschen Automobilherstellern muss sich Volkswagen - seit mehr als 50 Jahren mit einem seiner größten Werke im mexikanischen Puebla präsent - die größten Sorgen machen. Nach Daten des Automobilverbandes in Mexiko belief sich die Produktion 2018 auf gut 435.000 Fahrzeuge. Die Analysten von Evercore ISI schätzen, rund ein Drittel des US-Absatzes der Marke VW von rund 573.000 Fahrzeugen stammt aus Mexiko. Die VW-Konzerntochter Audi betreibt seit fast drei Jahren ein Werk in San Jose Chiapa, wo etwa der Geländewagen Q5 für mehr als 100 Märkte weltweit vom Band läuft. Die Produktion belief sich 2018 auf rund 173.000 Pkw.

Fertigung bei Mercedes-Benz läuft an

Die anderen beiden Premiumhersteller Daimler und BMW lassen ihre Fertigung in Mexiko gerade erst anlaufen. Mercedes-Benz eröffnete im Herbst das gemeinschaftlich mit Renault-Nissan betriebene Werk in Aguascalientes, wo Kompaktfahrzeuge vor allem für den US-Markt produziert werden sollen. Der Anlauf des ersten Modells, der A-Klasse-Limousine, verlief allerdings aus technischen Gründen schleppend, so dass eine ursprünglich geplante Jahreskapazität von bis zu 230.000 Fahrzeugen in der Ferne liegen dürfte.

BMW eröffnet neues Werk - trotz Trump

BMW wird in der kommenden Woche sein erstes mexikanisches Werk in San Luis Potosi eröffnen. Die Produktion des 3er BMW ist bereits angelaufen. Geplant ist eine Jahreskapazität von bis zu 175.000 Pkw, die nicht nur in die USA, sondern auch in viele andere Länder ausgeliefert werden sollen. Im Schlepptau der Autobauer haben auch die großen Autozulieferer Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen oder ThyssenKrupp Standorte in Mexiko. (APA/red)

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