Papierindustrie

Mayr-Melnhof Karton hielt Umsatz in Coronakrise fast stabil

Die Kartonsparte von Mayr-Melnhof konnte den Umsatz in den ersten drei Quartalen trotz der Coronakrise fast stabil halten. Unter dem Strich gibt es jedoch einen Gewinneinbruch wegen Einmaleffekten. Für das gesamte Jahr erwartet Mayr-Melnhof Karton ein Ergebnis unterhalb des Vorjahres.

Die Mayr-Melnhof Karton hat in den ersten drei Quartalen 2020 etwas weniger Umsatz und deutlich weniger Gewinn erzielt als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis sei infolge von markt- und strukturbedingten Einmaleffekten - vor allem Abschreibungen von langfristigen Vermögenswerten - um 20,5 Prozent auf 116,3 Mio. Euro eingebrochen und der Umsatz minimal um 1,1 Prozent auf 1.903 Mio. Euro gesunken, teilte die börsennotierte Gesellschaft mit.

Der Gewinn je Aktie brach von 7,29 auf 5,78 Euro ein. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging um 13,4 Prozent auf 169, 3 Mio. Euro zurück. Hier sind laut Firmenangaben Einmalaufwendungen in Höhe von 57,5 Mio. Euro aus markt- und strukturbedingt notwendigen Anpassungen sowie der Auflösungsvereinbarung mit dem ehemaligen CEO enthalten. Das Vorsteuerergebnis sank um 17,3 Prozent auf 160,6 Mio. Euro.

Solide Entwicklung bei Produktion und Cashflow

Insgesamt habe der im ATX notierte Konzern im dritten Quartal eine solide Mengen- und Cashflow-Entwicklung verzeichnet. Die Konzentration auf die systemrelevanten Produkte, Karton und Kartonverpackung für Güter des täglichen Bedarfes, zeige trotz herausfordernder Rahmenbedingungen eine gewisse Krisenfestigkeit. Dem starken Auftragsanstieg zu Beginn der Pandemie zu Anfang des zweiten Quartals folgte im Jahresverlauf aber eine weitgehende Normalisierung der Nachfrage, hieß es in der Unternehmensmitteilung.

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Im dritten Quartal selbst habe sich der Auftragseingang erwartungsgemäß wegen einer gut bevorrateten Lieferkette bei MM Karton abgeschwächt. Die Kapazitätsauslastung der Kartondivision lag jedoch vor allem aufgrund eines geplanten Umbaus im Kartonwerk Gernsbach, Deutschland, mit 95 Prozent unter dem Wert des Vorquartals und Vorjahres (Q2 2020: 99 Prozent; Q3 2019: 98 Prozent). Demgegenüber habe sich die Auftragslage von MM Packaging insgesamt stabil gezeigt, wobei einem Zuwachs bei Produkten des täglichen Bedarfes niedrigere Mengen in hochwertigen Märkten wie Duty-free, Premium und Kosmetikartikeln gegenüberstanden.

Die konsolidierten Umsatzerlöse im dritten Quartal lagen mit 637 Mio. Euro etwas über dem Vorquartal und leicht unter dem Vorjahreswert (Q2 2020: 619,9 Mio. Euro; Q3 2019: 648,8 Mio. Euro). Das betriebliche Ergebnis ging recht deutlich auf 46,8 Mio. Euro zurück (Q2 2020: 57,9 Mio. Euro; Q3 2019: 71,6 Mio. Euro). Es war durch Einmalaufwendungen in Höhe von 28,0 Mio. Euro belastet. Alleine rund 21,0 Mio. Euro davon entfielen hier auf die Kartondivision infolge der Stilllegung der Kartonmaschine in Hirschwang sowie rund 7 Mio. Euro auf die Packagingdivision aufgrund struktureller Anpassungsmaßnahmen. Der Periodenüberschuss brach verglichen zum Vorjahresquartal von 54 auf 31,4 Mio. Euro ein.

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Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des damit verbundenen starken Konjunkturabschwungs bleiben für Mayr-Melnhof Karton weiter schwer einschätzbar, heißt es im Ausblick des Unternehmens. Dank des Fokus auf systemrelevante Verpackungsprodukte für Güter des täglichen Bedarfes sollte aber weiter eine gewisse Resilienz gegeben sein. Für den strategischen Rohstoff Altpapier sei coronabedingt mit steigender Preisvolatilität zu rechnen.

Das Jahresergebnis wird aufgrund von Einmaleffekten weiter unterhalb des Vorjahres erwartet. (apa/red)