Klimaerwärmung

Dürregefahr: Regen bringt Niederösterreich und Burgenland keine Entspannung

Österreichs Landwirtschaft steuert auf die nächste Dürrekatastrophe zu. Der leichte Regen der vergangenen Tage brachte kaum Besserung. In einigen Regionen fiel bisher im Frühling ein Drittel der üblichen Regenmengen.

Die Regenfälle der vergangenen Tage haben für die Landwirtschaft im Osten Österreichs zwar eine leichte, aber noch keine nachhaltige Entspannung gebracht. Sowohl in Niederösterreich als auch im Burgenland bleibe die Trockenheit ein Problem, man hoffe auf weitere Niederschläge, sagten Sprecher der Landwirtschaftskammern der beiden Bundesländer zur APA.

Die Regenfälle in den letzten Tagen haben für Niederösterreichs Bauern nach Angaben der Landwirtschaftskammer "eine Entspannung, aber kein Aufatmen" gebracht. Um die bereits durch die bisherige Trockenheit entstandenen Schäden einzudämmen, seien weitere Niederschläge notwendig, hielt eine Sprecherin fest.

"Vor allem bei Kulturen, die gerade angebaut worden sind, hat der Regen Entspannung gebracht", sagte die Sprecherin. Dies seien etwa Sonnenblumen oder Sojabohnen. In Summe seien die Niederschläge "schön, aber zu wenig", in Sachen Feuchtigkeit befinde sich die Landwirtschaftsfläche "weit weg vom Normalniveau".

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Nach Angaben des Hydrographischen Dienstes des Landes Niederösterreich kam es vom Montag bis Mittwoch im Marchfeld, dem Laaer Becken sowie in den nördlichen Teilen des Bundeslandes zu Niederschlägen von zehn bis 15 Litern pro Quadratmeter. Das sei eine Menge, die zu den Wurzeln vordringe und in Sachen Bodenfeuchtigkeit Verbesserungen bringe. Änderungen am Grundwasserpegel ergeben sich durch die genannten Regenmengen allerdings nicht. Darauf hätten einzelne Niederschläge nie Einfluss, wurde seitens des Hydrographischen Dienstes betont.

Auch im Burgenland hofft man auf weitere Niederschläge. Die Regenfälle der vergangenen Tage können laut Angaben der Landwirtschaftskammer Burgenland zwar "das eine oder andere ausgleichen", bringen aber keine nachhaltige Entlastung. Die Niederschlagsmenge liege heuer bis jetzt weit unter dem langjährigen Durchschnitt. Im nördlichen Seewinkel erreiche man nur 32 Prozent des langjährigen Durchschnitts, im Südburgenland immerhin 60 Prozent. Hinzu komme aber auch, dass es bisher überdurchschnittlich warm sei, was die Situation zusätzlich verschärfe.

Von der Trockenheit betroffen ist laut der Landwirtschaftskammer Burgenland "alles, was nach dem Winter angebaut wurde". Dazu zählen etwa Sommergerste, Sojabohnen, Mais, Sonnenblumen und teilweise auch Rüben. Beim Feldgemüse könne man die Trockenheit durch Beregnung kompensieren, was bei den Bauern aber zusätzliche Kosten verursache.

Laut dem Hydrographischen Dienst des Landes Burgenland kam es in den letzten Tagen zu Niederschlägen von maximal 15 Litern pro Quadratmeter. Für eine nachhaltige Veränderung reiche diese Menge nicht aus, für das Wochenende sei allerdings weiterer Niederschlag angesagt. (apa/red)

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