Maschinenbau-Konjunktur

Maschinenbau: Ass im Ärmel?

2012 war für den Maschinenbau das umsatzstärkste Jahr der Geschichte. Produktionssteigerungen der nachgelagerten Industrie sollten auch heuer für gute Geschäfte sorgen. Aber hinter dem tatsächlichen Investitionsbedarf steht ein dickes Fragezeichen. Von Daniel Pohselt

Armin Rau, Geschäftsführer Trumpf Maschinen Austria, spürt, dass auch heuer umsatzmäßig etwas geht: "In Österreich 50 Prozent über Plan."

Noch ist hier nur Wiese. Der letzte Schnee, der in der Sonne schmilzt. Und grenzenloser Optimismus. 20 Millionen Euro: So viel will der Maschinenbauer Trumpf Maschinen Austria in den Ausbau seines Paschinger Werks stecken. Zwei Hallen mit 5.000 Quadratmeter Produktionsfläche und ein Gebäude für F&E sollen hier, gleich hinter der Werkseinfahrt, hochgezogen werden. Avisierter Baustart: möglichst noch heuer. Denn die Nachfrage bei der TruBend Cell 7000 – der weltweit schnellsten Biegezelle – könnte nicht besser sein. Die deutsche Konzernspitze muss zwar noch ihren Sanktus für den Ausbau geben. Aber das ist wohl nur ein formaler Akt.

Denn dass die Oberösterreicher der deutschen Mutter im per 30. Juni endenden Geschäftsjahr unter die Augen treten können, ohne rot zu werden, gilt als gesichert: Sie legten umsatzmäßig brav zu. „Deutschland ist stabil, der Osten leicht wachsend, in Italien und Frankreich bewegt sich nicht viel“, schildert Geschäftsführer Armin Rau die momentane Seitwärtsbewegung (mit Hang nach oben). Für die positive Überraschung des Jahres sorgte ausgerechnet die Alpenrepublik. „Wir liegen in Österreich 50 Prozent über Plan, was so nicht zu erwarten war“, sagt Rau.
 
Produktionsplus
 
Leichtes Wachstum, Seitwärtsmarkt: Das mag nicht recht zur fixen Idee gigantischer Umsatz-Höhenflüge passen, die im Maschinenbau noch immer zirkuliert: 2013 könnte die Maschinenproduktion wieder ihre Bestmarke erreichen, rechnet der Verband Deutscher Werkzeugmaschinenbauer VDMA (siehe Grafik) berauscht vor. Dass die vormalige Bestmarke (2008) nur durch irrationale Wachstumsraten, wo Aufträge in Serie eingingen (und später storniert wurden), erreicht wurde, wird gern vergessen.

Umso optimistischer stimmt die Hersteller die derzeitige Situation. Zwar war von den positiven Stimmungsanzeichen in der Produktionserwartung „im letzten Quartal noch nicht viel zu sehen“, so Martin Baminger, Konjunkturexperte beim Fachverband Maschinen und Metallwarenindustrie (FMMI). Nach wie vor aber geben Produzenten in den Umfragen „leichte Produktionssteigerungen an“, so Baminger. Der Auftragseingang bewegte sich exakt auf Vorjahresniveau, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Immerhin.

Das Problem: Unsicherheiten in der Absatzplanung – zuletzt durch wieder das Normalniveau erreichende Maschinenpreise angeheizt – werden derzeit noch massiv zu den Herstellern durchgereicht.

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