Schrottpreise

Marienhütte-Chef Ritter: „Unser Preis spiegelt die Realität wider“

In der Kontroverse um die WKO-Veröffentlichung der Schrottpreisveränderungen meldet sich jetzt Marienhutte- Geschäftsführer und Miteigentümer Markus Ritter zu Wort.

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Aus der Imagebroschüre von Marienhütte: Geschäftsführer Ritter

Die landläufig als „Schrottpreisindex“ bekannte monatliche Information der Wirtschaftskammer ist zuletzt in die Kritik geraten. Stahlhändler wie Johann Neumüller, Chef der niederösterreichischen Eisen Neumüller GmbH kritisierten, dass die Veröffentlichung ausschließlich auf Vereinbarungen zwischen dem steirischen Werk Marienhütte und der (gesellschaftsrechtlich verbundenen) Scholz Austria Gruppe besteht. Zudem, so die Kritik, hätten sich die Preise seit Beginn der Veröffentlichung im Vorjahr immer weiter von jenem des anerkannten deutschen BDSV-Index entfernt.

Marienhütte-Boss Markus Ritter hält diesen Vorwurf für absurd. „Die Preisänderungen spiegeln selbstverständlich die Marktrealität wider. Das sind marktgängige Geschäfte und Ist-Preise die zustande gekommen sind“ sagt Ritter. „Alles andere“ so Ritter weiter, „würde bedeuten, dass wir den Markt mit Scheingeschäften manipulieren. Das wäre ein Straftatbestand“.

Marienhütte habe, sagt Ritter, aus historischen Gründen einen 2,6 Prozentigen Anteil an der Österreich-Tochter von Scholz – daraus könne man bei Kenntnis der Marktgegebenheiten aber kein Naheverhältnis konstruieren, das in der Lage sei, Preise zu beeinflussen.

Dass die Preise vom deutschen Index der deutschen Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen abweicht, räumt Ritter ein. „Der BDSV-Index bildet Marktentwicklungen in Deutschland ab, die in Österreich nicht in vollem Umfang stattfinden.“ Die Situation im Powerhouse Deutschland sei ganz deutlich anders wie jene etwa in Norditalien. Aufgrund des beschränkten Lieferradius bilde der Preis von Marienhütte eher jenen Zentraleuropas ab.

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