Verluste

MAN leidet unter Brasilien-Geschäft

Die Dauerkrise im einstigen Boommarkt Brasilien hat beim deutschen Lkw- und Maschinenbauer MAN zum Jahresauftakt trotz erweitertem Sparprogramms den Gewinn in die Tiefe gerissen.

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Trotz ausgeweiteten Sparprogramms brach das operative Ergebnis im ersten Quartal um die Hälfte auf 34 Millionen Euro ein, wie die Münchner VW-Tochter berichtete. Unterm Strich stand sogar ein Verlust von zehn Millionen Euro zu Buche. Dafür sorgte vor allem Lateinamerika, neben Europa der zweite Kernmarkt von MAN, wo rote Zahlen anfielen. "In Brasilien ist derzeit noch keine Erholung absehbar", schrieb Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen an die Aktionäre. "Die Lage dort bleibt angespannt - mit direkten Folgen auf die Geschäftstätigkeit in Südamerika." Die dortige Regierung hat einen Sparkurs eingeschlagen, weshalb es Staatshilfen beim Lkw-Kauf inzwischen nur noch zu schlechteren Konditionen gibt. Dadurch brachen auch die Neubestellungen bei MAN im Südamerika-Geschäft um die Hälfte ein.

Für 2015 bekräftigte Pachta-Reyhofen die - ohnehin pessimistische - Prognose, wonach Betriebsgewinn und Umsatz stagnieren werden. 2014 hatte MAN Erlöse in Höhe von 14,3 Milliarden Euro erzielt. Das operative Ergebnis lag bei 384 Millionen Euro, vor allem dank des Geschäfts mit Großmotoren und -maschinen.

Im Startquartal stagnierte indes der Umsatz bei Power Engineering. Im Geschäftsfeld Commercial Vehicles schrumpfte er um zwei Prozent. In Mittel- und Südeuropa nahm laut MAN die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen deutlich zu. In Osteuropa herrscht dagegen wegen der Ukraine-Krise weiter Flaute. Im einstigen Hoffnungsmarkt Russland hat MAN bereits die Produktion vorübergehend gestoppt. Ausgehend von der Lkw- und Bussparte in Europa rollt der Konzern derzeit sein Sparprogramm auf alle Bereiche aus, um bis 2017 die Kosten um weit mehr als 600 Millionen Euro zu drücken. So will MAN bei der Rendite nach langem Anlauf zur Konkurrenz aufschließen.

Im ersten Quartal war MAN bei der Marge weit abgeschlagen: Konzernweit halbierte sie sich von 2,2 auf 1,1 Prozent. Im deutlich größeren Geschäftsfeld Commercial Vehicles waren es 0,5 (1,8) Prozent. Der ungeliebte schwedische Konkurrent Scania, der ebenfalls zum VW-Konzern gehört und mit dem MAN näher zusammenrücken soll, glänzte im Startquartal mit 10,1 Prozent. Die Truck-Sparte von Daimler erzielte 5,6 Prozent. Die Schwaben profitierten von besseren Geschäften in Amerika - dort ist MAN gar nicht präsent. Die Münchner haben allerdings schon lange angekündigt, sich von Europa unabhängiger machen zu wollen. MAN macht mehr als die Hälfte seines Geschäfts auf dem Heimatkontinent, bei Lastwagen und Bussen ist es sogar weitaus mehr. (apa/Reuters) 

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