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Magna Steyr hat das neue Werk in Slowenien jetzt offiziell eröffnet

Magna Steyr produziert seit März in der neuen Lackieranlage in Hoce bei Maribor in Slowenien. Diese Woche hat das Unternehmen den Standort auch offiziell eröffnet.

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Der Grazer Autozulieferer Magna Steyr hat diese Woche sein neues Werk in Slowenien auch offiziell eröffnet. Die Produktion in der Lackieranlage in Hoce bei Maribor, die mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt, findet bereits seit März statt. Der Magna-Europe und Magna-Steyr-Präsident Günther Apfalter sprach bei der Eröffnungszeremonie von einem Meilenstein für Magna.

"Wir eröffnen den ersten Magna Standort in Slowenien und wir legen damit den Grundstein für einen möglichen Vollausbau dieses Werkes", sagte Apfalter bei der Feier. Slowenien das 29. Land ist, wo der kanadisch-österreichische Autozulieferkonzern seine Produktionsbetriebe hat.

Die Lackiererei mit einem Investitionswert von 146 Mio. Euro, die eine Fläche von 32.000 Quadratmeter hat, ist laut dem Magna-Chef ein Werk auf dem neuesten Stand der Technik. "Unser slowenischer Standort ist konzernweit und auch über die Branche eine Benchmark", betonte er. Die höchsten Standards gelten auch in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

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Das erste Magna-Werk in Slowenien ergänzt den 75 Kilometer weiter nördlich gelegene Magna-Steyr-Werk in der steirischen Landeshauptstadt Graz. In der Lackiererei werden Karosserien für den Jaguar E-Pace lackiert, der im Graz gebaut wird. Die Produktion findet in einer Schicht statt, über die Zahlen spricht man bei Magna aus geschäftlichen Gründen nicht. Bei dem Produktionsstart im Frühjahr wurde noch eine Tagesproduktion von rund 100 Fahrzeugen angegeben.

"Slowenien war für uns aus mehreren Gründen der Standort erster Wahl", betonte Apfalter und nannte unter anderem die Nähe zum Graz, gute Verkehrsverbindungen zwischen Maribor und Graz, die nötige Infrastruktur sowie qualifizierte Arbeitskräfte. In dem Grazer Werk arbeiten rund 1.700 Mitarbeiter aus der Region, mit denen Magna laut Apfalter seit Jahren sehr gute Erfahrungen hat. Sein slowenisches Team lobte auch der Direktor des neuen Werks, David Adam, der sich stolz auf die geleistete Arbeit zeigte. "Innerhalb von nur zwei Jahren haben wir das Werk neu gebaut und innerhalb von wenigen Monaten haben wir die Produktion gestartet", sagte Adam.

Abhängig von Aufträgen könnte Magna Steyr den Werk in Slowenien in einer zweiten Phase und dritten Phase noch ausbauen und in auch Slowenien komplette Autos bauen. Die dafür nötigen Genehmigungen hat das Unternehmen bereits beantragt, um laut Apfalter auf mögliche künftige Anforderungen schnell reagieren zu können.

Ganz fest rechnet mit einem weiteren Ausbau des Standortes der slowenische Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek, der sich seit dem Beginn mit dem Projekt beschäftigt hat. "Das war der schwierigste Projekt meiner Amtszeit", betonte der Minister mit Blick auf zahlreiche Probleme, die Sloweniens größte Greenfield-Investition begleitet haben.

"In Slowenien ist es manchmal schwierig ein Projekt durchzuführen, aber nicht unmöglich", betonte unterdessen der slowenische Regierungschef Marjan Sarec und betonte, dass Slowenien für ausländische Investitionen ein offenes Land sei. Bei der Feier war auch sein Vorgänger und aktueller Außenminister Miro Cerar anwesend, deren frühere Regierung sich für das strategisch wichtige Projekt in der strukturschwachen Region Stajerska stark gemacht hat. Die Regierung unterstützte das Magna-Werk mit einem staatlichen Investitionszuschuss von 18,6 Mio. Euro und ermöglichte mit einem Spezialgesetz die Investition in einem für slowenischen Verhältnisse extrem schnellen Tempo umzusetzen.

Dennoch lief das Projekt alles andere als glatt. Nachdem die Investitionspläne gegen Ende 2016 bekanntgegeben wurden, konnte der Bau erst im Herbst 2017 beginnen. Widerstand von Umweltorganisationen und lokalen Bürgerinitiativen, die den ausgewählten Standort auf den landwirtschaftlichen Flächen und mögliche schädliche Umwelteinflusse kritisierten, verzögerte den Baustart. Nach Fertigstellung verzögerte sich wegen Beschwerden gegen die Umweltgenehmigung auch der Produktionsstart. (apa/red)