Stahlindustrie

Liberty Steel verkauft Werke mit 1.500 Beschäftigten

Der britische Stahlkonzern Liberty Steel will mehrere große Werke in Großbritannien verkaufen. Mit dem Schritt will der Konzern die Einschnitte bei der Zahl seiner Mitarbeiter eingrenzen. Zum Verkauf stehen unter anderem Sparten, die die Luftfahrtindustrie beliefern und das Geschäft mit Speziallegierungen.

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Der in Finanznöte geratene Stahlkonzern Liberty Steel will mehrere Werke in Großbritannien mit insgesamt 1.500 Beschäftigten verkaufen. Der Schritt ist Teil eines Konzernumbaus, mit dem zahlreiche Jobs gerettet werden sollen, wie das Unternehmen mitteilte.

Liberty beschäftigt etwa 3.000 Menschen in Großbritannien und ist von der Insolvenz von Greensill Capital stark betroffen - der Mutterkonzern Gupta Family Group Alliance (GFG) steht bei dem Finanzdienstleister mit mehreren Milliarden Euro in der Kreide. Gläubiger hoffen, von dem nach eigenen Angaben international bisher profitablen Stahlkonzern einen Teil ihres Gelds zurückzubekommen.

Zum Verkauf steht unter anderem das Geschäft mit Luft- und Raumfahrt sowie Speziallegierungen am größten britischen Standort in Stocksbridge. Wegen des Einbruchs in der Luftfahrt im Zuge der Corona-Pandemie war die Stahlnachfrage stark gesunken. Liberty will sich stattdessen auf sein Werk in Rotherham konzentrieren, das Stahlschrott recycelt. Damit könne der benötige Stahlimport nach Großbritannien verringert werden, hieß es. Gewerkschaften forderten, die Zukunft der Werke zu sichern, die für die Rüstungsindustrie und Energiewirtschaft Großbritanniens von zentraler Bedeutung seien.

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Gegen GFG wird im Zuge der Greensill-Insolvenz wegen Betrugs und Geldwäsche ermittelt, dabei geht es um finanzielle Abmachungen mit dem Finanzdienstleister. Liberty hatte im vergangenen Winter ein Übernahmeangebot für die Stahlsparte von Thyssenkrupp vorgelegt. Nach intensiven Gesprächen hatte der deutsche Branchenführer aber im Februar den Briten eine Absage erteilt. (dpa/apa/red)