Luftfahrt

Laudamotion zahlt deutschen Mitarbeitern im Mai gar keinen Lohn

Während in Österreich und Deutschland der Streit um den Kurs der irischen Billiglinie eskaliert, gibt es auch große Probleme bei Laudamotion, die Niki Lauda einst dem irischen Billigflieger Ryanair verkauft hat.

Zeitgleich zu den Protesten gegen den irischen Billigflieger Ryanair gibt es auch bei der österreichischen Konzerntochter Lauda große Probleme. Die Fluggesellschaft war zuletzt neben ihrer größten Basis Wien auch in Deutschland aktiv, und zwar an den Flughäfen Stuttgart und Düsseldorf. Wie berichtet soll die Basis in Wien nach einem heftigen Streit mit der österreichischen Gewerkschaft Vida geschlossen werden.

Nun hat in Deutschland die Geschäftsführung von Lauda nach Angaben der deutschen Gewerkschaft Verdi den Beschäftigten der deutschen Standorte mitgeteilt, dass im Mai keine Gehälter ausgezahlt werden könnten. Auf Anfrage hat sich Lauda bisher nicht zu diesem Thema geäußert.

Beim Blick auf die irische Konzernmutter Ryanair sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Susana Pereira-Ventura: "Wir werden nicht akzeptieren, dass ein Unternehmen mit liquiden Mitteln von 4 Milliarden Euro von den Beschäftigten Einkommensverzicht fordert und diese damit Gefahr laufen, an die Armutsgrenze zu geraten."

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Ryanair hatte zuletzt gegen Staatshilfen für die deutsche AUA-Konzernmutter Lufthansa und andere Airlines gewettert, nimmt aber selbst die Lohnsubventionen in mehreren europäischen Ländern in Anspruch.

Keine Kurzarbeit für Laudamotion in Deutschland

Unterdessen ist Laudamotion in Deutschland mit ihrem Antrag auf Kurzarbeit abgeblitzt. Lauda-Chef Andreas Gruber bestätigte gegenüber AviationNetOnline, dass der Antrag auf Kurzarbeit abgelehnt wurde. Man habe ein Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt und aufgrund des laufenden gerichtlichen Verfahrens könne er sich inhaltlich nicht weitergehend äußern, hieß es.

Wie das Onlineportal weiter schreibt, hätten die Laudamotion-Mitarbeiter in Deutschland ein Schreiben erhalten, wonach das Unternehmen ohne die Kurzarbeitsfinanzmittel die Mai-Gehälter vorerst nicht zahlen könne. Schon vor einem Monat hatte es kurzzeitig geheißen, die April-Gehälter könnten nicht gezahlt werden, sie wurden dann aber doch überwiesen.

Eine Sprecherin von Laudamotion bestätigte auf APA-Anfrage die Ablehnung der Kurzarbeit in Deutschland. Auch in Österreich hatte die Fluglinie vorübergehend Probleme mit der Kurzarbeit.

Vorbereitungen für Schließung der Basis in Wien laufen

Mittlerweile laufen in Wien aber die Vorbereitungen für die Schließung des Standorts. Mehrere Lauda-Flieger seien bereits nach London und Düsseldorf ausgeflogen worden, wie die Sprecherin zur APA sagte.

Wenn die Gewerkschaft vida nicht vor dem 28. Mai einen neuen, schlechteren Kollektivvertrag unterschreibt, schließt Ryanair die Lauda-Heimatbasis mit 29. Mai. Die über 300 betroffenen Beschäftigten wurden bereits beim AMS von der Kurzarbeit abgemeldet und zur Kündigung angemeldet.

(red mit Material von dpa/APA)